| Berlin, 20. November 2000
Hallo,
herzlich willkommen zum Dezember-Newsletter aus dem Berliner Zimmer :-)
Es gibt eine Menge Neues, vor allem rund um den tage-bau, daher ist dieser
Newsletter voll mit neuen URLs.
Die Themen im Überblick:
1. Tage-bau.de: der arte-Preis, die Lesung, die Fotos, die Presse, das
Buch
2. Spenden für die neue Erosa
3. Ein Jahr Lyrikline
4. Das Kleingedruckte ;-)
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Seit wir Anfang Oktober aus dem Urlaub zurückgekommen sind, ist eine
Menge passiert. Beim Lesen der Mails erfuhren wir zunächst, dass der tage-bau
( http://www.tage-bau.de
), unser literarisches Online-Tagebuch, an dem inzwischen 50 Autoren
teilnehmen, den Innovationspreis beim them@-Literatur- Wettbewerb des
Fernsehsenders arte gewonnen hat. Alle Informationen hierzu finden Sie
unter
http://www.berlinerzimmer.de/tagebau/pixelich.htm
Natürlich fragten wir uns sofort: was tun wir mit dem Preisgeld, so
dass alle 26 beteiligten Autoren möglichst viel davon haben?
Ganz spontan riefen wir ein recht abenteuerliches Experiment ins Leben:
eine Lesung mit den beteiligten Autoren, die sich vorher noch nie gesehen
hatten. Die Lesung ausgewählter Texte zum Thema "Mein
Pixel-Ich" fand also am 11.November im Café Walden in Berlin statt.
Die Betreiber dieses realen Literatur-Cafés waren bereit, sich mit uns
auf dieses kleine Abenteuer einzulassen. 12 Autoren des tage-bau waren aus
ganz Deutschland angereist und bewiesen so, dass es sie wirklich gibt.
Anschließend waren alle Zuhörer zur Party mit den Autoren eingeladen. Es
war ein durchweg gelungener Abend, und auch das Publikum erschien so
zahlreich, dass nicht alle Zuhörer Platz fanden.
Einige Autoren haben in den folgenden Tagen ihre Eindrücke im tage-bau
veröffentlicht und wir haben die Schilderungen für Sie zusammen
gestellt:
http://www.berlinerzimmer.de/tagebau/tblesung.htm
Erste Fotos und sogar drei kurze Videos von dem gemeinsamen Essen, bei
dem sich die Autoren für die Lesung gestärkt haben, und von der Lesung
selbst finden Sie unter der URL:
http://www.berlinerzimmer.de/tagebau/tbfotos.htm
Hierfür danken wir ganz herzlich "Madonna"( http://members.cycosmos.de/madonna
),die die Bilder für uns gemacht hat.
Wer nicht dabei sein konnte, kann die vorgetragenen Texte in Ruhe
nachlesen:
http://www.berlinerzimmer.de/tagebau/pixellesung_texte.pdf
Die Lesung selbst haben wir natürlich aufgezeichnet und werden die
Aufnahme demnächst zum Download bereit stellen.
Bis dahin kann Ihnen vielleicht der Artikel von Aram Lintzel in
telepolis, dem Magazin für Netzkultur aus dem Verlag Heise, einen
Eindruck von dem Abend vermitteln:
http://www.berlinerzimmer.de/tagebau/presse.htm
Hier finden Sie noch weitere Pressemeldungen anlässlich des Preises,
unter anderem waren wir Interview der Woche bei meome.
Von dem Rest des Preisgeldes werden wir noch in diesem Jahr eine
Anthologie aller Wettbewerbs-Texte bei Books on Demand herausgeben.
Alles rund um das Buch finden Sie unter der URL:
http://www.berlinerzimmer.de/tagebau/dasbuch.htm
Hier wird es dann auch bald eine Bestellmöglichkeit geben.
Für das Vorwort möchten wir uns auf diesem Wege bei Roberto
Simanwoski, dem Herausgeber von Dichtung Digital ( http://www.dichtung-digital.de
) bedanken. Anbei ein kleiner Vorgeschmack:
"[...]
Vom 16. August bis zum 17. Oktober gab es im tage-bau Beiträge, die
mit px gekennzeichnet waren und sich damit in die vielstimmige Erörterung
des Pixel-Ich einschrieben. Damit dies auch thematisch vielstimmig vor
sich ging, trug jede Woche eine konkrete Überschrift wie: "Die
Geburt einer virtuellen Existenz", "Identität im Internet"
oder "Vom Cyberflirt zum Flamewar". Die Jury war von Form und
Ertrag der Themenbehandlung angetan und hob in der Laudatio das ‘Netzige’
des Projekts hervor: "Seine Innovationskraft erhält dieses
literarische Gemeinschaftswerk vor allem aus der Spannung, die durch Rede
und Gegenrede sowie die dazugehörigen Kommentare aufgebaut wird, die so
durch andere Kommunikationsformen, wie z.B. Briefwechsel nicht erreichbar
wären." Wie, so fragt sich nun, bringt man das, was im Netz und
durch das Netz lebt, auf Papier. Und warum?
Auf letztere Frage gibt es eine klare Antwort. Als der halbe tage-bau
infolge eines Server-Crash verlorenging, ward allen klar, wie fragil das
erschriebene Text-Netz ist. Nichts, so wußte man wieder, ist sicher, wenn
es nicht auf Papier existiert. Und da es Preisgeld gab und da sich kaum
einer der Online-AutorInnen nicht auch gern gedruckt sähe, lag die
Entscheidung fürs Buch nahe. Der Versuch der Rekonstruktion der
verlorengegangenen Texte hatte zugleich deutlich gemacht, dass viele ihre
Beiträge direkt ins Netz schreiben, ohne Back Ups und ohne anhaltender
Arbeit an Inhalt und Form. Diese Spontaneität der Textproduktion ist
symptomatisch für das Netz und verweist bereits auf das Wagnis des
Medienwechsels. Wird man Texten, die aus der Dynamik einer Gruppe von
Leser- Autoren entstanden sind, außerhalb ihres ursprünglichen Mediums
und außerhalb dieser Gruppe etwas abgewinnen können? Die Sperrigkeit des
Vorliegenden ist nicht zu übersehen. Es wird es schwer haben bei manchen
Lesern. Eine durchkomponierte nicht versprochen (und auch die
Geschichtchen sind es nicht immer). Eher das Dokument einer Suche, das
v.a. hinsichtlich seiner Authentizität besteht. Wer daran interessiert
ist, wird diese 200 Seiten mit Gewinn lesen. Wird er am Ende wissen, was
das Pixel-Ich ist?
[...]"
Wir gehen davon aus, dass wir Sie im nächsten Newsletter bereits über
das Erscheinen des Buches informieren können.
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Bei all dem Trubel hatten wir leider wenig Zeit für die übrigen
Räume unseres virtuellen Salons. Dank der Mithilfe von Mone Hartman ( http://www.monehartman.de
) finden Sie jedoch wie gewohnt viele neue Links zum literarischen
Geschehen im deutschsprachigen Internet in unseren kommentierten
Linklisten:
http://www.berlinerzimmer.de/eliteratur/links.asp
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Auch Erosa ( http://www.erosa.de
) betreffend hat sich einiges getan. Für die Autoren der nächsten
Ausgabe sind inzwischen 520,- DM bei uns eingegangen, also mehr als
die Hälfte des nötigen Betrages.
Warum wollen wir Ihr Geld?
Die Unkosten des Berliner Zimmers, in dessen Rahmen auch Erosa
erscheint, konnten wir bisher mehr schlecht als recht mit Werbung
finanzieren. Spielraum für Honorare besteht hier nicht. Wir sind dennoch
der Meinung, dass die Autoren für ihre Texte (und wir als Herausgeber
für unsere redaktionelle Arbeit) eine kleine finanzielle Anerkennung
verdient haben. Für die nächste Ausgabe von Erosa gilt daher folgendes:
Sie geht erst online, wenn insgesamt mindestens 1000,- DM auf unserem
Konto eingegangen sind. Alle Einnahmen werden anteilig auf die Autoren der
nächsten Ausgabe umgelegt.
Unsere Bankverbindung:
Enno E. Peter, Deutsche Bank 24, BLZ 380 707 24, Konto 29 67 180
Texte und Bilder sind jederzeit willkommen (erosa@berlinerzimmer.de
). Bitte lesen Sie unsere Hinweise für Autoren unter
http://www.berlinerzimmer.de/erotik/ausgabe5/editoral.shtml#autoren
Wir hoffen, dass die neue Erosa Anfang nächsten Jahres online gehen
kann.
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Ein Jahr Lyrikline
http://www.lyrikline.org
war bereits Surftipp in unserem Februar Newsletter. Zum einjährigen
Bestehen des Projektes möchten wir hier dennoch ein paar Worte verlieren,
zumal es bisher leider keine Besprechung der Site im Berliner Zimmer gab.
Paul Celan ist tot. Aber das Internet macht seine "Stimmen"
wieder lebendig. Auf der Web-Site der Lyrikline hört man eine original
Audioproduktion des NDR von 1965. Celan liest selbst: "Stimmen im
Innern der Arche: Es sind / nur die Münder / geborgen. Ihr / Sinkenden,
hört / auch uns." Gottfried Benns "Worte" oder Hans Magnus
Enzensbergers "Zungenwerk" - mit lyrikline.org gründete die
literaturWERKstatt berlin vor einem Jahr die erste Plattform, die Stimmen
deutschsprachiger Lyriker und Lyrikerinnen in einem kostenlosen Tonarchiv
versammelt. Im Mittelpunkt des Web-Angebotes steht der ursprünglichste
poetische Ausdruck: das gesprochene Wort. 40 Autoren sind mit jeweils zehn
Gedichten, einer Biographie und einer Bibliographie vertreten.
Portraitfotos geben den Stimmen ein Gesicht, und natürlich fehlen auch
die Texte nicht. Die Lyrik wird so zu einem multimedialen Erlebnis:
"Gedichte, die in ihrer Verdichtung gern als verschlossene,
kryptische Gebilde erachtet werden, entschlüsseln sich, wenn die
menschliche Stimme dem Textonat Klang verleiht", heisst es auf der
Web- Site, die nach eigenen Angaben im ersten Jahr ihres Bestehens 100 000
Besucher zählte. Die Initiatoren hoffen, dass ihr Angebot Nachahmer in
anderen Sprachräumen findet und so ein internationaler Verbund von
Lyrikplattformen ins Leben gerufen wird. Dem klassischen Lyrikband stellen
die Tonarchive eine weitere Existenzform des Gedichtes zur Seite, die der
multimedialen Zeit entspricht. Dem Buch soll dadurch keinesfalls der Platz
streitig gemacht werden. Vielmehr geht es der Lyrikline darum, das World
Wide Web für die Verbreitung der Poesie zu nutzen. Die Rolle der Neuen
Medien für die zeitgenössische Lyrik war daher auch das Thema einer
Podiumsdiskussion "poesie.net-working - Neue Chancen für die
Lyrik", die den Auftakt der Feier zum einjährigen Bestehen der
Lyrikline bildete. Um 20 Uhr begann das Fest der Lyrik "poesie:
offline & on stage". Beide Veranstaltungen wurden live im
Internet übertragen.
Alle Berliner Zimmer Surftipps finden Sie hier:
http://www.berlinerzimmer.de/surftipps.htm
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4. Das Kleingedruckte
Der Newsletter des Berliner Zimmers hat zur Zeit 1500 Abonennten.
Sie möchten unseren Newsletter wirklich abbestellen? Dann schicken Sie
uns bitte eine Email mit dem Betreff "Newsletter abbestellen" an
info@berlinerzimmer.de
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Das Berliner Zimmer sucht Werbepartner und Sponsoren. Interessiert?
Schreiben Sie uns an info@berlinerzimmer.de
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(Diesen Newsletter schrieb für Sie Sabrina Ortmann, http://www.sabrina-ortmann.de
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