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Der folgende Text ist ein Vorabdruck eines Buchprojektes des Studienleiters des INKAS Institut für Kreatives Schreiben Rüdiger Heins.

Gestalttherapie am Beispiel des Creative Writing 

1. Einführung 

2. Das Cluster -Von der Ordnung im Chaos
Die Interaktion der beiden Gehirnhälften 
Das Handwerk des Clustering 
Vom Lösen der Blockaden 
Vom Urknall zum Cluster 
Das Cluster im Textlabor 
Ein Übungsbeispiel

3. Erinnern - Wiederholen - Durcharbeiten

1. Einführung

Big Sur Mitte der sechziger Jahre. Ein grüner Landstreifen an der Pazifikküste Kaliforniens, dreihundert Kilometer südlich von San Francisco. Die USA befinden sich mitten im Vietnamkrieg: Während die GI´s in der grünen Hölle zugekifft um ihr nacktes Überleben kämpfen und dabei anderen Menschen das Leben nehmen, entwickelt sich in ihrem Heimatland eine Bewegung, die sich für Freiheit, Frieden und Individualität des Menschen einsetzt. Das Zentrum dieser jungen "Human - Potential - Movement" ist ein indianischer Kultplatz der Esalen Indians, die auch diesem Ort den Namen gaben.

Die heißen Quellen von Esalen machten ihn zu einem Kraftplatz, der Heilung und des Wohlbefindens. Dort lebte und arbeitete Fritz Perls, der Mitbegründer der Gestalttherapie, die sich als therapeutisch-spirituell-politische Aufbruchsbewegung verstand. Perls gab Workshops, leitete Gruppen und machte Forschungsarbeiten. Schwerpunkt seiner Arbeit in Esalen war unter anderem die Gestalt -Traumarbeit. In Zusammenarbeit mit Lore Perls entwickelte er in den dreißiger und vierziger Jahren im südafrikanischen Exil die Gestalttherapie (Perls 1998: 9). In den USA begegneten die beiden deutschen Psychoanalytiker dem amerikanischen Sozialphilosophen und Schriftsteller Paul Goodman. Goodman, ein unbequemer Zeitgenosse und zudem ein rebellischer Schriftsteller, der keinen Zugang zu den akademischen Institutionen bekam, weil er sich zu seiner Homosexualität bekannte, lebte von Gelegenheitsarbeiten; sein Einkommen lag nur knapp über dem Existenzminimum. Die Bücher, die Goodman schrieb, wurden in Kleinverlagen veröffentlicht, die keine Honorare zahlen konnten.

Gestalttherapie und Schreiben (Creative Writing oder Composing) korrespondieren vermutlich bereits seit dem Entstehen dieser Therapieform miteinander. Das Creative Writing, so ist die wissenschaftliche Bezeichnung des kreativen Schreibens, kommt ursprünglich aus den USA. Besser gesagt, dort wurde es für die Wissenschaft "kultiviert". In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellten Professoren an der Universität von Iowa fest, dass viele Studenten Probleme damit hatten, ihre Diplomarbeit zu schreiben. Dabei mangelte es den Studenten nicht an Fachwissen, sondern an der Form, dieses Wissen schreibend zu artikulieren. Mit Hilfe von antiken Schreibspielen wurde in Seminaren versucht, die Studenten aus ihrer "Schreibblockade" wieder in den "Schreibfluss" zu bringen. Das war die Geburtsstunde des Creative Writing (Werder 1993: 14).

Paul Goodman, der unter den Literaten seiner Zeit ein Geheimtipp war, veröffentlichte 1941 den Band "Stop Light": 5 Dance Poems. Ein Jahr später schreibt er "Don Juan or : The Continue of The Libido." Dieses ungewöhnliche Textprojekt passte in keine literarische Gattung, aus diesem Grund wurde es von den Verlagen zurückgewiesen. Außerdem war sein offener Umgang mit Sexualität nicht zeitadäquat. Die explosive Mischung aus akademischer Bildung, Literatur und Stigmatisierung ließen bei Goodman eine Denkkultur mit bemerkenswerter Intensität entstehen. In seiner Shortstory "A Ceremonial" übt Goodman Kritik gegen die Institutionen, aber auch gegen die Unbekümmertheit der Menschen, die sich von diesen Institutionen ein gewöhnliches Leben aufzwingen lassen (Blankertz 2003:28). Auch Fritz Perls hat sich immer wieder mit lyrischen Texten beschäftigt. Sein Gedichteband "Texte aus der Mülltonne" war ein Nebenprodukt seiner therapeutischen Arbeit. Perls benutzte das Schreiben als Ventil für seine Seele. Über die Anwendung des autobiografischen Schreibens in seiner gestalttherapeutischen Arbeit gibt es bisher keine Hinweise.

Creative Writing, als Ausdrucks- und Forminstrumentarium der Gestalttherapie ist bisher nur wenig bekannt. Aus diesem Grund versuche ich in diesem Aufsatz Zusammenhänge und Korrespondenzen des Creative Writing und der Gestalttherapie aufzuzeigen. Dabei begebe ich mich mit meiner Spurensuche an die Wurzeln der Sprache, denn die Sprache, besonders das gesprochene Wort ist eine Ausdrucksform des Unterbewussten, das gestalttherapeutisch einsetzbar ist. Die Metaphern "Worte können heilen" oder "Worte können verletzen" kommen nicht von ungefähr. Schreiben als Medium der Seele. Die Möglichkeit mit einem Stift Buchstaben zu Worten werden zu lassen, um somit seinem Innenleben "Ausdruck" zu verleihen, ist eine Form seinen Gefühlen im Außen Gestalt zu verleihen. Somit ist das Schreiben ein gestalttherapeutisches Instrumentarium, dem Abstrakten eine kognitiv erfassbare Wahrnehmung zu verleihen. Namenloses wird benannt, Chaotisches geordnet und die Angst kann ihr Grauen verlieren (Rico 1999: 20).

Dadurch, dass wir mit Sprache Gefühle zum Ausdruck bringen, erlangen wir die Fähigkeit, verantwortungsbewusst mit unserem Leben umzugehen. Die Sprache als Ausdruck des Unterbewussten macht Unsichtbares sichtbar, indem sie Verletzungen und Schmerzen der Seele eine Gestalt gibt. Goodman, der 1972 das Buch: Speaking and Language bei Random House veröffentlichte, beschäftigt sich in seinem Werk mit der "Verteidigung der neuen Dichtkunst". In diesem Essay stellt er allerdings keinen Bezug zur gestalttherapeutischen Form des Schreibens her. Vielmehr beschränken sich seine Ausführungen auf die Kritik an der wissenschaftlichen Linguistik und deren Bezug zur "wirklichen" Sprache.

Heute wird auch in der Bundesrepublik Creative Writing an verschiedenen Hochschulen angeboten. An der Alice Salomon Fachhochschule in Berlin spielt das Creative Writing auch eine besondere Rolle: Dort hat Professor Lutz von Werder ein Institut gegründet, das dem Fachbereich Sozialwesen angegliedert ist. Lutz von Werder ist auch eben jener Wissenschaftler, der das Creative Writing in Deutschland etabliert hat.

Die meisten Schreibübungen im Creative Writing sind so angelegt, dass der Autor den Erinnerungsfundus seiner eigenen Biografie nutzen kann, um Texte zu schreiben. Welche Methoden gibt es mit dem Creative Writing gestalttherapeutisch zu arbeiten? Der Fritz Pers Schüler Hiliard Petzold, beispielsweise arbeitet im Hückeswagener Institut mit poesietherapeutischen Techniken, die aus dem Creative Writing kommen. Welche Methoden dort angewendet werden, beschreibe ich in den Kapiteln fünf und sechs.

"Dichtung ist eine der besten kreativen Nutzungen von Sprache. Da Verse dem Verstand ermöglichen, Erfahrungen in kondensierter Form zu bewahren, sind sie ideal, um das Bewusstsein zu formen (Csikszentmihalyi 1991: 175)." 

Wie gestalttherapeutische Ansätze mit Creative Writing möglich sind, möchte ich am Beispiel des Clusterings näher untersuchen.

Literaturhinweis:
Gabriele L. Rico. Garantiert Schreiben lernen. Reinbeck 2002

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