seit wochen an jedem tag
entblösst & manchmal auch "eine pornographische beziehung"
während sich zwei nasen dem fauligen ((mund-))geruch drohender gewöhnung
sperren noch nicht einmal verzweifelt an der strassenecke eines
aussenbezirks kippt einer kräuterschnaps in seine viertelvolle
milchflasche kippt einer dumpfe betäubung + vergessen in den
überforderten schädel & fährt vermutlich richtung lohnvergoltener
stunden mit der ersten bahn am morgen die uns an den rand des schlafs
bringt bei aufgehender sonne ins dunkelblau bezogene doppelbett & flüchtige
aktstudien prägnante brustpartie unter einem schlanken hals auf dem
rücken flügel die sich deutlich abheben darunter die angedeuten konturen
der rippen bis zur taille weiter halbkugelpo die beine von der
daunendecke verhüllt verliert sich die distanz mit der ersten berührung eine
fordernde hand zwischen meinen beinen zu dem rasierten dreieck gezogen
& verschlungen früher begann der abschied immer schon mit den
ersten sätzen des kennen lernens erinnere ich mich an vergangene
begegnungen in den surrealen städten mit den kleinen flüssen die
ich hinter mir gelassen habe & deren namen austauschbar sind von
der toilette das geräusch plätschernden urins leichtfüssige
schritte auf dem holzboden zurück legen sich meine nervösen hände um
die festen brüste ((bh-körbchengrösse 80 b)) hinterrücks &
mit dem gesicht auf fensterhöhe warme strahlen fallen auf meine stirn +
die rechte wange verloren in sanften bewegungen festen stössen keuchen
wir satzfragmente um schliesslich bauch an rücken gleichmässig + ruhig
zu atmen in einer uns unbestimmten stunde verschwimmt das eben erlebte
& nahtlos erinnerte mit den unbewussten unfreiwilligen
schlaf-traum-taumel-bildern ausgezehrt bis auf die geistigen knochen
langer gang seit der ersten erektion immer wieder müde &
zwischendurch graue haare wie ein greis darunter abarten der angst zu
viele lebewohls wird es zeit zu bleiben ((oder geblieben
zu werden))gemeinsamin einer villa einem reihenhaus einer
hundehütte "experimenteller sex?" scheinbar geweckt von
press-luft-hammer-schreien wieder im wirbel ((sie liegt nackt auf dem
bauch ein buch in der hand die dünnen beine angewinkelt in die luft
gehoben – nachgestellte & gleichzeitig völlig eigene
charakterisierende pose – schwarz/weiss auf photopapier gebannt gerahmt
aufnahme um aufnahme...)) verfinsterter himmel am späten nachmittag
& lippen feuchten lippen dabei betrachten beobachten wir uns weit
vorgedrungen wechselseitig verführt danach für wenige stunden in
alltagskostüme gehüllt in den augen & abwärts weiter ein verlangen
das sich nicht stillen will
Angaben zur
Person:
Achim Wagner, *1967, lebt in Köln & Essen.
Bibliographie:
Der Kreisläufer (Kurzgeschichten), verlag ferber und partner, Köln, 1997.
blinder fisch - super 8 roman, edition sisyphos, Köln, 1998.
niemandem dieser tag (Gedichte), parasitenpresse, Köln, 2000.
[Hg.] Die Verfolgung und Ermordung des (Wilhelm) Richard Wagner
(Anthologie mit Kurzgeschichten, Aufsätzen, Dramatik),
AARACHNE Verlag, Wien, 2000.
Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, Literatur- und
Kunstzeitschriften, im Rundfunk, Internet und auf CD.