| Inhalt
Nr. 3 Editorial
Erkenne dich selbst! oder
Der große Erosa Psychotest
Christian Anslinger
Absolute Verfügbarkeit
Werner Baur
Kalypso
Michael
Eichhammer
Die Abenteur von Lady Latex
Manfred Eder
Fahrzeugwechsel
Wolf
Ehrlich
OrgasMuß
Peter
Felix
Dunkel
Werner Friebel
Bettgeschichte
Jan Ulrlich Hasecke
Lockendere, Üppigere, Vollere
Natalie Heim
sieh
Che Haven
"Le bruit um uns..."
Christof Hoyler
Arthur trank Rosa
Carola Heine
Last Exit - das letzte Mal
Emanuelle Mourant
Der Betrug
Petra
Der unmoralische Kuß
Christopher Ray
Maus und Kater
Regina Reichel
Frischfleisch
Hartmut Sörgel
G LIED
Frank Steinbrink
jene die singen mit ihrer haut
Stephan Tunn
Leidenschaft
Sandra Uschtrin
Das Photo
Beate-Helena Wehrle
Der Einbruch
Josef Wilms
Kabinettgeflüster oder Eine ausgemachte Vögelei

Leser- &
Pressestimmen
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Foto: Keith Nicolson

"Fahrzeugwechsel"
von Manfred Eder
| Für einen
Vernunftmenschen wie Annette gibt es eigentlich keinen Grund, einen fast neuen, ebenso
modernen, wie sparsamen Kleinwagen gegen einen verwitterten, ausgelutschten Ami-Schlitten
zu tauschen. Trotzdem hat sie es getan. Bestimmt zehn mal sah sie sich diesen riesigen
Wagen auf dem Gelände des mehr als zwielichtigen Gebrauchtwagenhändlers an - und immer
deutlicher verspürte sie den Wunsch, genau dieses Gefährt ihr Eigen zu nennen. Der Typ
mag sich die Hände gerieben haben, als sie ihm dafür ihren noch nicht einmal ein Jahr
alten Polo überließ. Sie jedenfalls fuhr glücklich mit ihrer neuen Errungenschaft von
dannen. Auf das Verständnis Außenstehender wagt sie
ohnehin nicht zu hoffen, kann sie sich doch ihr Handeln noch nicht einmal selbst
erklären. Wider erwarten gewöhnt Annette sich erstaunlich schnell an die beachtlichen
Abmessungen des Oldsmobile. Schon einige Straßen weiter steuert sie ihn so geschickt
durch die Schluchten der Stadt, als sei sie noch nie mit einem kleineren Wagen unterwegs
gewesen. Die Geschäftshäuser weichen Wohnblocks, diese wiederum Mehr- und schließlich
Einfamilienhäusern. Annette verläßt die City in Richtung Norden, durchquert die letzten
Vororte. Kinder spielen in den Gärten der Häuser. Ihre Väter und Mütter schneiden
Hecken, streichen Zäune und unterhalten sich über dieselben hinweg mit den Nachbarn.
Annette läßt auch diese letzten Ausläufer der Stadt hinter sich. Sie biegt in eine
wenig befahrene Landstraße ein. Jetzt erst genießt sie wirklich den Fahrtwind, der durch
die geöffneten Fenster ihr schulterlanges Haar zerzaust. Telegrafenmasten huschen vorbei.
Kleine Waldstücke wechseln sich ab mit goldgelben Getreidefeldern, die sich wie ein
wertvoller Teppich über die sanfter werdenden Hügel erstrecken. Jede einzelne Kurve
bereitet Annette Freude. Ohne jeglichen Kraftaufwand läßt das Lenkrad sich drehen.
Sobald sie mit dem rechten Fuß sanft das Gaspedal berührt, antwortet der Motor mit jenem
kraftstrotzenden Brummeln, das eben nur amerikanischen V8-Motoren eigen ist. Das Fahrwerk
bügelt die Straße regelrecht glatt, verleiht Annette das Gefühl, über die
Bodenunebenheiten hinweg zu schweben. Nur die Vibrationen, die der Motorkraft als
Nebenprodukt entspringen, gibt der weiche Ledersitz ungefiltert an den Unterleib der
Fahrerin weiter. Annette verliert jegliches Gefühl für Zeit und Raum. In eine endlos
lange Gerade mündet die Fahrbahn nach einem geheimnisvoll dunklen, fast schwarzen
Gehölz. Die Sonne, deren dezentes Licht längst nicht mehr zu blenden vermag, schiebt
sich als glutroter Ball hinter den wie mit einem Lineal gezogenen Horizont. Annette fährt
direkt auf sie zu. Weit und breit niemand außer ihr. Sie entrückt in ihrem V8 dezent der
Realität. Gierig gibt sie Gas. Da ist es wieder, dieses angenehme Kribbeln, mit dem der
zitternde Sitz ihren Schoß kitzelt. Es fällt Annette schwer, nicht die Augen zu
schließen. Die Sonne, eben noch zum Greifen nah, verschwindet ganz. Jetzt erst bemerkt
Annette das leuchtend orange Licht inmitten des Armaturenbrettes. Jäh holt es Annette aus
ihren Träumen. Verdammte Scheiße, die Tankanzeige! Hektisch überlegt Annette, wo sie
zuletzt eine Tankstelle sah. Doch da war keine, nirgends! Wie kann man nur so blöd sein -
alleine in dieser gottverlassenen Gegend ohne Benzin, prima! Annette könnte sich selbst
ohrfeigen. Kalter Schweiß dringt durch ihre Poren. Alles das, was ihr eben noch Spaß
bereitete, rückt in weite Ferne. Sie hält Ausschau nach einer Gelegenheit, um den Wagen
anzuhalten. Vielleicht findet sie ja im Kofferraum wider erwarten einen vollen Kanister.
Doch der Wagen gehorcht ihr nicht mehr, leistet weder den Befehlen, die sie ihm über die
Pedale erteilt, noch dem Drehen des Lenkrades Folge. Unbeirrt fährt er an zwei Stellen
mit ausreichend befestigtem Bankett vorbei, ehe er selbständig in einen steinigen Weg
einbiegt. Just in diesem Moment heben sich ohne Annettes zutun selbständig die
Seitenscheiben. Der Weg endet in einer alten, längst verlassenen Kiesgrube. Hier bleibt
der Wagen endlich stehen. Nervös ruckelt Annette an den Türgriffen - sie lassen sich
nicht einen Millimeter bewegen. Doch damit hatte Annette schon insgeheim gerechnet. Sie
beginnt sich damit abzufinden, in ihrem eigenen Wagen gefangen zu sein. Die Hektik weicht
aus ihr - langsam aber immerhin. Je mehr sie sich beruhigt, um so deutlicher nimmt sie
einen Geruch wahr. Ein Duft wie von tausend Rosen dringt durch die Lüftung ins
Fahrzeuginnere. Da ist auch dieses Vibrieren des Sitzes wieder - dabei läuft doch der
Motor gar nicht! Trotzdem verfehlt es, wie schon zuvor, nicht seine Wirkung. Die Armlehnen
umschließen Annettes Oberkörper von hinten. Noch ehe sie einen klaren Gedanken fassen
kann, erwachsen aus ihnen zwei Hände, die zielstrebig Annettes T-Shirt hochheben und es
auf die Rücksitzbank werfen. Wie von Geisterhand öffnet sich der Verschluß des
Büstenhalters. Die Hände nehmen Annette das schwarze Teil ab, das sogleich neben dem
T-Shirt landet. Der Duft betört Annette. Sie gestattet den Händen zärtlich forschend
ihre Haut zu streicheln. Die warmen Finger berühren Annettes Hals, tasten sich an ihren
Seiten hinunter, tanzen auf ihrem Bauch. Rippe für Rippe arbeiten sie sich wieder hoch,
packen fest Annettes Brüste. In jede Hand paßt exakt eine. Sie kneten das weiche
Fleisch. Die Zeigefinger umkreisen Annettes Brustwarzen, verwandeln sie flugs in harte,
abstehende Knospen. Rock und Slip streift Annette selbst nach unten. Auch das unter ihnen
bislang Verborgenene soll nicht unbeachtet bleiben. Nichts mehr filtert jetzt die
Vibrationen der ledernen Sitzfläche. Annette drückt ihren Unterleib dagegen, spürt, wie
das Blut dem Siedepunkt nahe zwischen ihre Beine fließt. Ihre Schenkel wandern immer
weiter auseinander. Die Hitze dazwischen braucht Platz! Mit den Fußsohlen stützt sich
Annette beiderseits des Lenkrades am Armaturenbrett ab. An jeder Seite schlingt sich ein
verchromter Hebel um die Knöchel. Ihre unteren Extremitäten so fixiert, sieht Annette
begeistert dem zu, was aus der Mitte des sich langsam nach unten neigenden Lenkrades
wächst. "Komm mein Süßer, hierher", murmelt sie. Die Lehne des Sitzes neigt
sich nach hinten. Bald sind die Vibrationen auch tief in ihr. Welch Wohltat, welch
grandioses Gefühl der Lust! Schweißperlen bilden sich auf Annettes ganzem Körper. Ein
entspanntes Lächeln zeigt sich auf ihrem Gesicht, dessen Züge sich zusehends entspannen.
Die Seitenscheiben verschwinden wieder nach unten in die Karosserie. Der süßliche Duft
dringt nun noch intensiver in den Innenraum. Annettes Geist und Körper wiegen sich in
süßem Takt. Fest greifen die beiden Armlehnen zu. Anders als sonst gehen die Wellen des
Glücks jetzt allerdings nicht von Annettes Mitte aus. Vielmehr scheint der vibrierende
Wagen die orgasmischen Ströme aus ihr zu saugen und sie an die nächste Umgebung
weiterzugeben. Über Türverkleidung, Handbremshebel, Fahrzeughimmel und allem, mit dem
Annette sonst noch in Berührung kommt, dringen sie von außen wieder durch ihre
schweißnasse Haut ein. Am intensivsten natürlich über das schwarze Leder des Sitzes,
auf dem sie sich voller Wonne gehen läßt.
Nur ganz langsam glätten sich die hoch aufgestiegenen Wogen
wieder. Eine laue Brise fegt die Reste des Rosenduftes aus dem Wagen. Annette fällt es
schwer, die Augen zu öffnen. Letztenendes hat sie aber keine Wahl. Wann träumte sie
eigentlich zuletzt so intensiv? Zu ihrer Überraschung kommt sie aber nicht in ihrem Bett,
sondern tatsächlich im Oldsmobile zu sich. Sogar ihre Kleider findet sie dort, wo sie im
Traum abgeblieben waren. Wieder angezogen stellt Annette die Lehne des Fahrersitzes hoch.
Ungläubig sieht sie sich um. Der Sprung im Glas des Tachos, die Risse in den
Türverkleidungen, die aufgerauhten Stellen des Leders auf den Sitzen - alles weg! Das
Interieur des Wagens erstrahlt in neuem Glanz. Annette steigt aus. Die vielen, über die
ganze Karosserie verteilten kleinen Dellen - weg! Daß sie den Flugrost auf den
Chromteilen nicht wiederfindet und der Lack glänzt wie frisch aus der Brennkammer wundert
sie schon gar nicht mehr. Sogar die fehlende Radkappe ist plötzlich wieder da. Annette
nimmt wieder auf dem Fahrersitz Platz. Sie dreht den Schlüssel im Zündschloß - die
Nadel der Tankuhr marschiert hoch bis zu Anschlag! Mit der ersten Umdrehung des Anlassers
meldet der V8 sich würdevoll zu Wort. Annette streicht mit den Fingern zärtlich über
das Armaturenbrett. Von Anfang an hatte sie gefühlt, daß dieser Wagen etwas ganz
besonderes sein mußte! Sie legt BH und Slip wieder ab. Beides fliegt achtlos aus dem
Fenster. Den Rock hebt Annette hoch und setzt sich auf die Armlehne zwischen den
Vordersitzen. Ihre Brüste läßt sie unter dem T-Shirt hervor spitzen und reibt deren
zarte Spitzen an der Lehne des Fahrersitzes. Heiß küßt sie die Kopfstütze. "Das
kannst du von jetzt an haben sooft du willst", flüstert sie. Brüllend heult der
Motor auf, um zur Antwort das, was Annette am nächsten ist, in Schwingung zu versetzen. |

Der Autor:

"Ansonsten bin ich fast 35
Jahre, habe aber die Kraft der zwei Herzen - sagt zumindest meine Tochter (fast 9)."
Kontakt: maneder@hotmail.com
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