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Alles „umsonst“ - die russische Internet-Literatur in der Krise?

„By the rivers of Babylon, there we sat down / Ye-eah we wept, when we remembered Zion” - das wusste seinerzeit schon die Popgruppe Boney M zu singen. Heuer beweinen die Kritiker tränenreich das Ende einer wundersamen Erfolgsgeschichte - der russischen Literatur im Internet. Nicht nur Ulrich M. Schmid konstatiert in seinem Beitrag „Last Exit Babylon“ in der Neuen Zürcher Zeitung vom 14. Mai die zunehmende Ernüchterung in russischen Internetkreisen, auch der Netzschriftsteller Pawel Afanasjew erhebt seine Stimme zu einem Nekrolog auf die inspirierende Frühphase der Graswurzelliteratur im Web. War also alles „umsonst“?

Sicher, doch wohl eher im Sinne von „kostenlos“. Denn auch in schwierigen Zeiten sind im russischen Web literarische und literaturwissenschaftliche Ressourcen nach wie vor ohne finanzielle Gegenleistungen frei zugänglich. Das renommierte, gemischt deutsch- und englischsprachige e-zine für digitale Ästhetik Dichtung-digital.com stellte hingegen unlängst einen Teil seiner Archive unter Bezahlung. In der Tat hat das russische Internet seine literarischen Kellerleichen zu beklagen, darunter auch den von Schmid erwähnten „Netzkulturboten“ Zhurnal.ru. Dem allerdings mit dem Internetjournalisten und Schriftsteller Andrei Ljewkin, der „Muse der russischen Internetkritik“ Nastik Gryzunowa und dem russische Webjournalisten und Redakteur Jewgeni Gorny eine quicklebendige Generation von Netzaktivisten entsprungen ist. Gorny, Gründer und Koordinator der elektronischen Literaturzeitschrift Setewaja Slowesnost und der Virtuellen Russischen Bibliothek, gibt in einem Interview[1] anlässlich des 5ten Geburtstags von Slowesnost im Frühjahr diesen Jahres Auskunft über seine Sicht auf die Perspektiven der russischen Literatur im Netz, über Leidenschaftlichkeit in der Web-Kultur und die Geschenkökonomie im Internet.

Henrike Schmidt: Lieber Jewgeni, ich gratuliere zum 5ten Geburtstag von Setewaja Slowesnost (Netzsprachkunst), die damit ein in Zeiten des schnelllebigen Internet fast biblisches Alter erreicht hat. Im Deutschen gibt es die Redensart, dass ein Jahr im Leben eines Hundes mehreren Jahren im Leben eines Menschen entspricht. Wie viel sind fünf ‚virtuelle’ Lebensjahre auf dem Papier wert?

Jewgeni Gorny: Ich sehe hier keinen großen Unterschied im Lauf der Zeit, insofern die Rede von der Literatur ist und es sich nicht um Fortschritte der Technologie handelt. Das literarische Werk behält, im Unterschied zu politischen Nachrichten oder Sportereignissen, seine Bedeutung über Jahrhunderte hinweg. Natürlich gibt es auch hier ein Moment der inflationären Übersättigung, doch wird dies nicht so sehr durch den Faktor Zeit als durch den Faktor Qualität bestimmt. Zudem ist die Cyberliteratur ja nicht hermetisch von derjenigen auf dem Papier getrennt. Beide Sphären sind in vieler Hinsicht diffus. Oft werden die Texte zunächst online veröffentlicht und erscheinen später im Druck. Aber auch der umgekehrte Prozess ist möglich, so dass die zeitliche Komponente hier meines Erachtens kaum eine Rolle spielt.

H.S.: Literatur mag „ewig“ erscheinen. Doch wirken literarische Texte im digitalen Datengewand  weniger statisch. Der Text erhält eine Dynamik, ein Element des Fließenden. Er altert nicht, sondern zerfällt zu Pixelstaub, aus dem er sich gleich Phönix aus der Datenasche auch wieder zu erheben vermag. Doch geht es mir weniger um die inhaltliche als um die organisatorische Seite. Mit anderen Worten: eine Vielzahl literarischer Projekte hat in den vergangenen Jahren dicht gemacht, konnte nicht Fuß fassen im Fluss der unbeständigen Informationssphären.

J.G.: Man darf natürlich nicht vergessen, dass Literaturprojekte im Web eine verhältnismäßig junge Erscheinung sind, weshalb man ihre Lebensdauer nur schwer einschätzen kann. In der elektronischen Welt ist ein Projekt, das fünf Jahre überlebt, schon ein Dauerbrenner. Wie kann man das mit einer Zeitschrift vergleichen, die seit 50, 100 oder gar 150 Jahren existiert? Andererseits, wie viele traditionelle Magazine, die mit Sturm und Drang aufbrachen und – so schien es – ewig leben sollten, habe allein ich ihre Pforten schließen sehen. Da kann man wohl kaum behaupten, das Netz zeichne sich durch eine größere Instabilität aus. Hier wie dort herrscht das Prinzip der natürlichen (oder der unnatürlichen) Auswahl – von Dutzenden und Hunderten überleben nur Einzelne. Der Vorteil der Netzpublikationen liegt allerdings darin, dass sie einen wesentlich geringeren materiellen Aufwand erfordern und das potenzielle Publikum bedeutend größer ist. Die Lebensfähigkeit der Netzprojekte hängt jedoch meiner Meinung nach in erster Linie von der Leidenschaftlichkeit ihrer Gründer und Betreiber ab und nicht von ökonomischen oder anderen Sachzwängen.

H.S.: Ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte von Netzsprachkunst: Mit welcher Motivation habt Ihr die Zeitschrift damals gegründet?

J.G.: Die Konzeption des Projekts entwickelte sich im Geiste der Zeit, einem Geist, den Dima Itzkowitsch auf einem Symposium – im ironischen wie etymologischen Wortsinne verstanden als „Gelage“ oder „Zecherei“ – in der Kalaschny Gasse in erschöpfende Worte fasste: „Leben – überall“. Hier, in der Kalaschny Gasse, befand zunächst das Hauptquartier der Kult(ur)zeitschrift Zhurnal.ru (ZR)[2]. Eigentlich war dies das Privatdomizil von Dima – eine riesige, unglaublich heruntergekommene Sechszimmerwohnung im Zentrum Moskaus, nicht weit entfernt vom Arbat und vom Roten Platz. Eine Ruine – und doch ein kreatives Biotop, in dem alles gärte. Ständig drückte sich dort eine Menge Leute verschiedenster Couleur herum, manche blieben hängen und ließen sich häuslich nieder. Ich selbst habe einige Zeit dort gelebt. Gäste, Gelage, Hauskonzerte – daraus haben sich im Übrigen der heute so populäre Klub O.G.I und seine vielzähligen Nachfolger, die PIROGI, entwickelt.[3] Mit anderen Worten, im Zentrum des Unternehmens stand die spontane Entfaltung kreativer Energie in der unbeschwerten Zusammenarbeit von Leuten, die ihren inneren schöpferischen Impulsen folgten und gemeinsam etwas schufen, das keiner alleine zu Wege gebracht hätte.

 „Sprachkunst“ (so lautete der Name ursprünglich, das „Netz“ kam erst später dazu), eröffnete dann am 3. März 1997 als literarische Rubrik des Zhurnal.ru ihre Pforten. Das war eine spontane Eruption. Es hatte sich eine kritische Masse an künstlerischen Texten angesammelt und keiner wusste so genau, was man damit anfangen sollte. ZR entwickelte sich zu dieser Zeit stürmisch, in die Breite wie in die Tiefe. Im russischen Netz gab es damals ‚von allem nichts’ und davon viel. Was man auch anfing, man war fast immer der Erste. Es war ein Experiment in einer ganzen Reihe vergleichbarer Initialzündungen, und – wie die Zeit gezeigt hat – ein durchaus erfolgreiches.

Den Fakten zuliebe führe ich ein paar nackte Zahlen an. In den fünf Jahren seit ihrer Gründung hat Slowesnost ungefähr 1000 Werke von mehr als 300 Autoren veröffentlicht. Unter den Genres finden sich Poesie, ‚kleine’ und ‚große’ Prosa, Theaterstücke, Übersetzungen, Skizzen und Essays, literaturwissenschaftliche Aufsätze, Experimente im Bereich der hypertextuellen und der multimedialen Literatur. Netzsprachkunst hat sich einen Ruf als Zentrum der wissenschaftlichen Reflexion der Internetliteratur erarbeitet und dokumentiert die Schmauchspuren der hitzigen Diskussionen über die „Theorie der Netzliteratur“. Schließlich unterstützen wir eine Reihe von experimentellen Projekten, wie das kollektive literarische Spiel Garten der sich verzweigenden Haiku[4] oder die Konstruktion einer virtuellen Persönlichkeit mit Fremden Worten[5], die heute als ‚Klassiker’ der russischen Internetliteratur gelten können.

Viele unserer Autoren sind Laureaten verschiedener Literaturwettbewerbe. Für einige ist Netzsprachkunst das Sprungbrett in die „große Literatur“. Der online-Publikation folgten Druckausgaben – in Russland wie auch im Ausland. Ein aktuelles Beispiel ist der Roman Angst (Strach) von Oljeg Postnow, der sich nach großen Erfolgen in Russland nun aufmacht Europa zu erobern. Die deutsche Übersetzung wird in nächster Zeit beim Rowohlt-Verlag erscheinen. Die Rolle der Redaktion besteht unter solchen Umständen nicht darin zu „führen“, „eine Linie vorzugeben“ oder den „Prozess zu lenken“, sondern vielmehr darin – erstens – nicht zu stören, und – zweitens – nach Kräften eine dem schöpferischen Prozess förderliche Umgebung zu schaffen und adäquat auf den natürlichen, eigendynamischen Gang der Dinge zu reagieren. Netzsprachkunst und mich im Besonderen hat man oft kritisiert für dieses „Nicht-Durchhalten-einer-Linie“, für einen ästhetischen und ideologischen Eklektizismus. Ich hingegen glaube, dass wir es mit einer fließenden Realität zu tun haben. Ergo: wir haben keine Maßstäbe, die dem zu messenden Objekt adäquat sind. Mit Bezug auf den literarischen Prozess bedeutet dies, dass die Beurteilung nicht ex ante, sondern ex post erfolgt.

Ganz  offensichtlich verträgt sich eine solche freie Expressivität, verstanden als Ziel und als Mittel, grundsätzlich nicht mit einem gesellschaftlichen oder ideologischen ‚Auftrag’ (Manipulation), mit kommerzieller Berechnung (Business), mit dem Kampf um die Macht und einen Platz in der Hierarchie (Status). In diesem Sinne ist Slowesnost, wie andere verwandte Projekte, eine Verneinung der Prinzipien, die in der heutigen Gesellschaft dominieren, ist sie das zarte Pflänzchen eines neuen Bewusstseins. Dies kommt auch zum Ausdruck in der Verneinung der Waren-Geld-Ströme (die Publikation ist für die Autoren kostenlos, der Zugang für alle unbeschränkt und frei), in der Verneinung des Copyrights als einem Mittel der Knebelung des Autors durch den Verlag (Slowesnost erhält die Rechte nur für die elektronische Publikation, alle anderen Rechte verbleiben beim Autor, im Besonderen das Recht, seinen Text wo und wie auch immer zu veröffentlichen), in der Verneinung der Hierarchien. Wir ordnen die Autoren nicht nach Rangtabellen, veröffentlichen dünne Hemden und dicke Bäuche neben- und miteinander.

H.S.: Im russischen Internet erklingt zuweilen die bereits abgenutzte und nichts desto trotz vielgeliebte Phrase von der „Literaturzentriertheit“ der russischen Kultur und folglich auch des russischen Netzes. Leonid Delizyn, Gründer des Internet-Literaturwettbewerbs Teneta, hat in diesem Kontext vor kurzem auf einem Seminar mit russischen Studenten angemerkt, dass die Seiten literarischen Inhalts im russischen Internet prozentual nur einen geringen Anteil ausmachen – im Vergleich zu Autos, Anekdoten und Erotika. Worin besteht Deiner Meinung nach die Spezifik des literarischen Segments im russischen Netz? Oder handelt es sich bei dem  Versuch, im globalen WWW sprachlich oder kulturell bedingte Besonderheiten ausfindig zu machen, um einen fundamentalen Widerspruch zum Geist des Internet, der angeblich alle geographischen, nationalen und kulturellen Grenzen überwindet?

J.G.: Die Literatur ist im Vergleich zu Nachrichten, Anekdoten und Pornographie eine Angelegenheit eher elitären Charakters. Dieser Umstand macht sie allerdings nicht weniger bedeutsam. Was nun die Berechnungen Delizyns angeht: Manchmal bringt die statistische Meßlatte Resultate, manches Mal aber auch nicht. Letztendlich kann man qualitative Parameter nicht mit quantitativen Methoden erfassen. Die Tatsache, dass der literarische Datenverkehr nur einen kleinen Teil der allgemeinen Informationsflüsse ausmacht, sagt noch gar nichts über die Bedeutung der Literatur für die russische Kultur aus. Ohne in die fruchtlose Diskussion um einen „Literaturzentrismus“ der russischen Kultur einzusteigen, kann ich dennoch sagen, dass nach meiner Erfahrung das Interesse an der Literatur in Russland größer ist als im Westen. Und das macht sich natürlich auch im Internet bemerkbar. Nationale und kulturelle Besonderheiten im Netz gibt es, selbstverständlich. Aber sie spiegeln eine ziemlich irdische Realität wider.

H.S.: Ein paar Worte zu Deiner Biographie und Tätigkeit im Netz. Du bist gelernter Philologe, hast an der Universität in Nowosibirsk studiert, dann an der philologischen Fakultät im estnischen Tartu. Was fasziniert Dich als Literaturwissenschaftler am Internet besonders? Und wie kommentierst Du die Aussage des Dichters und Kritikers Dmitri Kuzmin, das russische literarische Internet sei von "Nicht-Literaten“ geschaffen worden?

J.G.: Mit dem Internet kam ich 1994 in Kontakt, an der Fakultät für Russische Literatur der Universität in Tartu (Estland). Dort arbeitete und arbeitet Roman Leibow, einer der „Väter“ des russischen geisteswissenschaftlichen Internet. Das Netz, damals noch in seiner dem World Wide Web vorläufigen Phase, erschien uns als ein vergnügliches Spielzeug. Als zunächst der Browser Mosaika auf den Markt kam, der dann bald von Netscape gefolgt wurde, verwandelte sich das Internet aus einem schwarzen Kasten mit weißen Buchstaben plötzlich in etwas Buntes und "Ansehnliches". Die Augenblicklichkeit dieses Übergangs war wie ein Schock, das Gefühl von Dynamik sehr stark. Im Februar 1996 'erfand’ Dmitrij Manin, auch er ein Kollege aus der Tartuer Universität, sein interaktives Computerspiel Burima[6] (vom franz. bout rime = Endreim) und verband auf diese Art und Weise die beiden Komponenten Spiel und Web miteinander.

Was nun die Nutzung des Internet konkret zu philologischen Zwecken betrifft, so wurde diese Frage erst sehr viel später aktuell. 1999 starteten wir das Projekt Russische Virtuelle Bibliothek, das Werke der russischen Klassik in einer wissenschaftlichen Standards entsprechenden Form elektronisch publiziert. An der Ausarbeitung und Realisierung sind neben mir noch zwei andere Absolventen der Universität von Tartu beteiligt – Igor Pilschtschikow, Doktor der Philosophie, der die wissenschaftliche Redaktion übernommen hat, sowie Wladimir Litwinow, auf dessen Schultern der gesamte Prozess der Digitalisierung und Formatierung der Texte ruht. Von allen Projekten, an denen ich beteiligt war und bin, steht die Russische Virtuelle Bibliothek der Literaturwissenschaft am nächsten. Allerdings  habe ich mich nie in erster Linie als Philologe gefühlt. Die Philologie ist für mich nur ein Gebiet einer kreativen Sphäre, die wesentlich umfassender ist. Die Aussage von Dmitri Kuzmin möchte ich nicht kommentieren. Was ein Dichter ist, das verstehe ich - ein Mensch, der Gedichte schreibt. Was ein "professioneller Dichter" ist, dessen Ankunft im Netz Kuzmin preist, bleibt für mich ein Rätsel.

H.S. Was mich interessiert ist die Frage, wer das literarische Internet in Russland in seiner Frühphase getragen und geprägt hat? Weist das RuLiNet, wie es zuweilen fast zärtlich genannt wird, eine eigene Struktur auf, da es über eine autonome Entstehungsgeschichte verfügt? Oder verschwimmen die Grenzen zwischen on- und offline-Literatur zunehmend?

J.G. „Das literarische Internet“ ist ein weiter Begriff und ein noch weiteres Feld, das elektronische Literaturzeitschriften, online-Ausgaben herkömmlicher Editionen, virtuelle Literaturklubs, Wettbewerbe (neben dem bekanntesten Teneta kann man noch ein gutes Dutzend kleinerer nennen) und elektronische Bibliotheken genauso umfasst wie individuelle literarische Projekte – von den bescheidenen Homepages unbekannter Graphomanen bis hin zu so monströsen Konstruktionen wie der Zeitgenössischen Russischen Literatur mit Wjatscheslaw Kurizyn. Schon aus dieser flüchtigen Aufzählung wird deutlich, dass das literarische Internet in Russland keinesfalls nur einen oder eine Handvoll Erbauer haben kann.

Im Sinne einer Chronologie könnte man grob verallgemeinernd dennoch sagen, dass die ersten literarischen Projekte im russischen Internet tatsächlich von Leuten ins Leben gerufen worden sind, die sich mit Literatur eher als  Hobby beschäftigten. Wer sind diese Pioniere? Der Programmierer Maksim Moschkow, der im November 1994 seine Bibliothek eröffnete, die bald zur umfassendsten Sammlung literarischer Texte nicht nur im russischen Netz  wurde. Der Mathematiker Dmitrij Manin,  Erfinder von Burima, der Mutter aller Spiele des russischen literarischen Internet. Der Geophysiker Leonid Delicyn, der im April 1995 begann, die elektronische Literaturzeitschrift DeLitZyne herauszugeben. Gesammelt wurden hier Gedichte, die in den Telekonferenzen des Usenet entstanden waren. Schon bald wurde das e-magazin für Eingeweihte zum größten Internet-Literaturwettbewerb im russischen Netz Teneta. Der Astrophysiker und Theoretiker Dmitrij Verner, der zu seinem eigenen Vergnügen Witze und Anekdoten sammelte – seine Anekdoten aus Russland, zu Beginn (1995) ein kleiner Bestandteil seiner Homepage, wurden bald zur populärsten Seite des Runet und führten viele Jahre lang das Rating Rambler’s Top 100 an. Am 10. Oktober des Jahres 1996 erscheint der ROMAN (geschrieben mit lateinischen Buchstaben, im Russischen gelesen sowohl als Genrebezeichnungen, sowie als Name des Helden und des Autors in einem) – ein interaktives Spiel, dessen  Teilnehmer kollektiv einen bis ins Unendliche verzweigten Text verfassten. Der Autor der Idee und des zu Grunde liegenden Texthappens ist der Tartuer Philologe Roman Leibow. Die bereits erwähnten Manin und Delicyn haben nicht nur die programmiertechnische Seite des Projekts übernommen, sondern die notwendigen Skripte verfasst und traten schließlich auch als Ko-Autoren des Romans selbst auf.

Mit anderen Worten: die Netzliteratur begann mit dem Sammeln fremder Texte und dem Spaß am Spiel. Doch hat sich diese Situation schnell geändert. Die Vertreter der „Papierliteratur“ ließen nicht lange auf sich warten. Schon im März 1996 öffnete der Zeitungslesesaal seine Pforten: hier wurden und werden die Publikationen der altehrwürdigen und hochwissenschaftlichen „dicken“ Literaturzeitschriften wie Novyj mir, Znamja oder Druzhba narodov online – in der Regel mit allen Volltexten – zugänglich gemacht. Im Jahr 1997 vereinigte sich der Literaturwettbewerb Teneta mit Art-Lito  und in die Jury zogen so bekannte und anerkannte Schriftsteller und Kritiker wie der Prosaiker Andrei Bitow, der Dichter A. Kuschner oder der Science-fiction Autor Strugatzkj ein. Im August 1998 schließlich startete der Moskauer Galerist Marat Gelman mit dem Server Zeitgenössische Kunst im Netz, der zunächst als virtueller Ableger der eigenen Galerie gedacht war, sich dann jedoch schnell in ein Internet-Portal für Gegenwartskunst verwandelte, das auch die Literatur mit einschloss. Zu den Kolumnisten gehören auch heute noch der Profi-Kritiker Wjatscheslaw Kurizyn sowie der Phantasy-Schriftsteller Maks Frai. Allmählich füllen sich auch die Reihen der elektronischen politischen Informationsressourcen wie Vesti.ru, Gazeta.ru, Russkij zhurnal mit Berufskritikern und Schriftstellern. Die Liste der literarischen Ressourcen in russischer Sprache ist heute kaum zu überblicken. Beobachten lässt sich hier eine Tendenz zur Konvergenz von Literatur on- wie offline. Noch kann man nicht von einem völligen Verschmelzen der beiden Sphären sprechen, aber ihre beständig wachsende Interaktion ist augenscheinlich.

Ich möchte aber noch anmerken, dass die Literatur, verstanden als fließender Prozess der Textgenese und nicht als institutionalisierter kodifizierter Textkorpus, das Internet auf vielen Ebenen prägt. Die Idee, dass gerade das Gästebuch die höchste Form der Netzliteratur sei, hat unlängst eine unerwartete Bestätigung erhalten. Im Rahmen des diesjährigen Web-Wettbewerbs ROTOR+ wurde das eigentlich amerikanische Projekt des Live-Journal zur literarischen Seite des Jahres und Sensation des russischen Internet gekürt. Das online-Tagebuch wird zum literarischen Separée.

H.S.: Kehren wir zum Geburtstagskind, zur Netzsprachkunst, zurück. Wie würdest Du die Position von Slowesnost innerhalb des literarischen Segments des russischen Internet bewerten?

J.G.: Die Spezifität von Netzsprachkunst besteht darin, dass sich die Zeitschrift eine Offenheit und Unvoreingenommenheit in Bezug auf die Autoren bewahrt hat, dabei jedoch eine recht strenge Auswahl nach ästhetischen Kriterien trifft. Damit unterscheidet sie sich sowohl von Internetinstitutionen oder Literaturvereinigungen, die nur die "eigenen" Autoren veröffentlichen, als auch von Projekten graphomanischen Zuschnitts, die Möglichkeiten zur Eigenpublikation ohne jegliche Einschränkung gewähren (Stichi.ru, Samizdat). Netzsprachkunst verfolgt hier einen „dritten Weg“.

H.S.: Netzsprachkunst ist KEINE Zeitschrift im traditionellen Sinne, wohl aber als Laboratorium und Experimentierfeld programmatisch positioniert. Ein Blick auf die Publikationen zeigt jedoch, dass sich mehr „herkömmliche“ Literatur als interaktive oder multimediale Texte im Archiv befindet. Ist die Zeit des Experiments bereits beendet? Oder hat sie noch gar nicht begonnen? Haben sich die Hoffnungen auf eine Erneuerung der Literatur durch "Ihre Hoheit Hyperlink", wie es der russische Netzkritiker Slava Kurizyn formuliert, als unbegründet erwiesen?

J.G.: In der Tat stellen bis heute die kollektiven literarischen Spiele - von Burima über den ROMAN bis hin zum Garten der sich verzweigenden Haiku - die erfolgreichsten Projekte der Hypertextliteratur dar. Im Bereich der individuellen autorenzentrierten Literatur halte ich persönlich Die unendliche Einbahnstraße des Philosophen Dmitri Galkowski für den gelungensten Hypertext, auch wenn dieses Werk noch ohne jeden Blick auf eine Realisierungsform im Netz verfasst worden ist. In der Poesie gibt es interessante Experimente im Bereich der Multimedialität. In Slowesnost sind solche Versuche in der Rubrik Cyberliteratur gesammelt. Interessanterweise handelt es sich dabei vor allem um Werke, die auf barock anmutende Textverfahren der Buchstabenpermutation zurückgreifen und die dem Alphabet inhärente Beweglichkeit plastisch zum Ausdruck bringen. Vergleichbare Buchstabenspielereien und anagrammatische Permutationen finden sich auf der Seite von Jelena Kazjuba. Auch hier erweist sich die multimediale Präsentationsform der avantgardistischen Schreibweise der Autorin als adäquat. Ich glaube also weder, dass die Zeit der Experimente vorbei, noch dass sie nicht angebrochen ist - sie vollzieht sich. Richtiger wäre mithin die Frage, welchen ästhetischen Mehrwert diese Experimente erzielen können. Ist es richtig, diese multimedialen Kompilationen als Literatur zu bezeichnen oder handelt es sich hier um einen neuen Typus des künstlerischen Schaffens?

H.S.: Über den poetischen Mehrwert solcher Experimente wird ja auch im deutschsprachigen Internet viel gestritten. Das Jurymitglied des u.a. von der ZEIT initiierten Internet-Wettbewerbs für Literatur Hermann Rotermund hat es in aller Deutlichkeit formuliert: niemand weiß so recht, was Netzliteratur ist oder sein könnte. Das ist insofern besonders pikant, als die Internet-Wettbewerbe in Deutschland ja allein für eine solche Netzliteratur ausgeschrieben werden. Anders als in Russland sind es keine Vollwettbewerbe, die neben Hypertexten auch Prosa, Poesie, Dramen, ja sogar Kinderbücher und literarische Essays prämieren. Die interaktive, hypertextuelle und multimediale Literatur im deutschsprachigen Raum etabliert hingegen sich zunehmend in den Traditionen der artes mechanicae, wird doch ein stärkerer Akzent auf programmiertechnisches Handwerk gelegt. Das „Problem“ der kollektiven Autorenschaft verlagert sich dann auf die Zusammenarbeit von Literat, Designer und Programmierer. Auffällig ist allerdings die völlige Absenz solcher genuin interaktiver literarischer Genres wie dem ‚massenhaften’ literarischen  Spiel, dem Hang zur real-time Mystifikation sowie zum theatralisch, genussvoll und dramatisch ausgelebten Skandal.

Generell erscheint es mir allerdings, als durchlebe das literarische Internet in Russland - wie im übrigen auch in Deutschland - eine schwierige Zeit. Nach ersten euphorischen Jahren eines rasanten Wuchses, nach einer Periode der Stabilisierung und des qualitativen Zuwachses fehlt heute vielen Ressourcen die finanzielle und intellektuelle Kraft um das Erreichte auch zu bewahren. Wie beurteilst Du die Perspektiven für die russische Literatur im Netz? Wird das Internet zur „letzten Zufluchtstätte der Avantgardisten“ oder zum „Land der Graphomanen“?

J.G.: Die Perspektiven der russischen Literatur, on- wie offline, halte ich für sehr gut. Ich glaube weder, dass das Netz die „letzte Zufluchtsstätte der Avantgardisten“ darstellt, noch dass es zum „Land der Graphomanen“ mutiert. Natürlich eröffnet es für diese wie für jene bequeme Möglichkeiten der Publikation und des Selbstverlags. Dennoch bestimmen nicht sie das Gesicht der Webliteratur. Neben den jungen Autoren, die daran interessiert sind ihre Arbeiten einem breiteren ‘Auditorium’ vorzustellen, halten immer mehr literarische ‚Schwergewichte’ Einzug ins Netz. In der Regel erheben sie keinerlei Einwände gegen die Internet-Publikation ihrer Werke, in einigen Fällen sind sie selbst sogar sehr daran interessiert. Als Beispiel kann ich Juri Mamlejew anführen, dessen Werkausgabe fast vollständig, mit seinem Einverständnis und seiner persönlichen Unterstützung, in der „Russischen Virtuellen Bibliothek“ veröffentlicht worden ist (http://www.rvb.ru/mamleev/). Darunter finden sich auch Ersterscheinungen, die sonst nirgendwo publiziert sind.

Schließlich, um auf die Frage zurückzukommen, sind finanzielle und intellektuelle Kraft zwei Begriffe, die nur in geringem Maße miteinander korrelieren. Wenn ein Moment des Leidenschaftlichen fehlt, das es erlaubt den Aggregatzustand des Milieus ungeachtet seines Widerstands zu brechen, oder anders gesagt: auch in dieser heutigen Welt „umsonst“ kreativ zu sein und zu handeln, dann kann nichts und niemand helfen. Theoretiker des Postindustrialismus (P. Drucker, D. Bell, V. Inozemcev) behaupten, dass im anbrechenden Informationszeitalter gerade die nicht-materiellen Beweggründe als Motivation menschlicher Tätigkeit in den Vordergrund treten. An die Stelle der kapitalistischen Wirtschaftsform trete eine Ökonomie des Geschenks und des freien Austauschs. Manchmal scheint es mir, dass diese Theoretiker in der Vision des zukünftigen Westens die Vergangenheit und die Gegenwart Russlands beschreiben.

H.S.: Die Entstehung und Entwicklung des Internet war ja tatsächlich mit euphorischen Hoffnungen verbunden: auf völlige Freiheit des Informationsraums, gleichberechtigte Beziehungen zwischen allen NutzerInnen, einen kostenlosen Zugriff auf alle Informationen. Heute jedoch steht die Frage der Finanzierbarkeit und der Kommerzialisierung des Internet im Mittelpunkt. Eine der profiliertesten deutschsprachigen Internetzeitschriften Dichtung-digital, der Erforschung einer digitalen Ästhetik gewidmet, sieht sich seit kurzem dazu gezwungen, für die Nutzung der archivierten online-Materialien eine Gebühr zu berechnen. Im russischen Internet ist mir nicht eine einzige literarische Ressource bekannt, die Geld von ihren Lesern nehmen würde. Welche Möglichkeiten siehst Du, um der Literatur auch in Zukunft im Netz eine kostenfreie Unterkunft zu gewährleisten, ohne dabei die Autoren und Redakteure ihres Verdienstes zu berauben?

J.G: Das ist natürlich eine schwierige Frage, auf die ich keine fertige Antwort habe. Mit Blick auf die eigene Erfahrung kann ich nur sagen: Die Redakteure von Netzsprachkunst haben kein Einkommen - kein ‘verdientes’ und auch sonst keines. Alle redaktionellen Arbeiten werden ehrenamtlich und freiwillig übernommen und sind unentgeltlich. Wir verfolgen nicht das Ziel, mit unserer verlegerischen Tätigkeit Gewinn zu machen. Das Budget von „Netzsprachkunst“ beträgt 100 Dollar im Monat, die unser Webmaster dafür erhält, dass er die Texte für die Publikation vorbereitet und sich generell mit dem Unterhalt der Seite beschäftigt. Dieses Geld wird vom Russkij zhurnal, oder genauer gesagt, persönlich von seinem Chefredakteur Gljeb Oljegowitsch Pawlowski, zur Verfügung gestellt, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Die Frage einer Kommerzialisierung stellt sich uns nicht und wird dies hoffentlich auch in Zukunft nicht. Wir erhalten von den Autoren keinerlei über die Publikationserlaubnis auf unserer Seite hinausgehenden Nutzungsrechte. Das bedeutet, dass der Autor seine Texte überall frei republizieren kann, wo auch immer er möchte - im Netz wie im Druck. Das Einzige, was wir von unseren Autoren erbitten, ist, dass sie im Vertrag mit ihren Verlegern das Recht vereinbaren, die bereits im Internet erschienenen Texte am alten Platz verfügbar zu lassen. Wir wollen nicht, dass in der Netzsprachkunst allenthalben die Nachricht auftaucht: „Dieser Text wurde auf Bitten des Verlegers entfernt.“

Was nun die Finanzierung betrifft, so sehen wir als elektronische Verleger eine Reihe von Möglichkeiten. Die Variante, Geld vom Leser zu nehmen, entfällt jedoch genauso, wie wir es ablehnen, vom Autor Geld für die Publikation seiner Texte zu verlangen. Denn dies entspräche weder den russischen Gegebenheiten, noch dem Geist unseres Projektes. Was bleibt? Fördergelder für die Durchführung von speziellen Projekten? Sponsoren in der Gestalt von elektronischen oder konventionellen Verlagen, von Organisationen, denen an der Förderung der russischen Literatur gelegen ist? Eine interessante Variante wäre eine freiwillige Spendensammlung bei den LeserInnen von Netzsprachkunst. Allerdings ohne Zwang und Drohgebärden der Art, dass die Seite geschlossen werden muss, sollten die notwendigen Gelder nicht zusammenkommen. Eher so, wie bei den beinlosen Sängern in der Metro – jeder gibt, soviel er will.

H.S.: In der westlichen Kunst und Literatur ist der Traum, kreative Arbeit müsse „umsonst“ sein, längst ausgeträumt. Im Unterschied, wenn nicht sogar im Gegensatz zu der von Dir erwähnten „Ökonomie des Geschenks“, zu der Dichtung-digital im Übrigen ein eigenes Diskussionsforum veranstaltet, wird so intensiv wie fröhlich die „Kunst des Verkaufs“ propagiert, verstanden als integrativer Teil des künstlerischen Prozesses selbst. Ist die Absage an eine Kommerzialisierung der Kunst unter heutigen Bedingungen nicht anachronistisch?

E.G.: Künstlerisches Schaffen, das auf kommerziellen Interessen beruht, ist meiner Meinung nach keine Kunst, sondern Produktion. Kunst ist ein „Spiel ohne Interessen“ (Kant). Die „Kunst des Verkaufens“ hat mit „Kunst“ soviel zu tun, wie die Verhütungsmittelindustrie mit der Liebe. Selbstverständlich existieren eine kommerzielle Kunst und eine kommerzielle Literatur – genauso wie eben auch die Prostitution existiert. Aber Prostitution ist nicht gleich Liebe, daran ändern auch die „heutigen Bedingungen“ nichts. „Die Phantasie ist nicht verkäuflich, verkaufen kann man nur ein Manuskript“ (Puschkin). Das Problem mit dem Verkauf der Manuskripte muss – selbstredend – gelöst werden. Wie, das ist dann wohl eher die Sache der Literaturagenten. Die schöpferische und die kommerzielle Funktion aber dürfen sich keinesfalls vermischen. Die Kunst und die Kreativität als solche sind ein altruistischer Akt. Wenn diese Überzeugung ein Anachronismus ist, nun – dann bin ich gerne zum Sprung aus der heutigen Zeit bereit.

 

 



[1] Das Gespräch wurde im März 2002 per email geführt. Der hier publizierte Text ist die aus dem Russischen übersetzte, stark gekürzte und für die deutschsprachige Leserschaft überarbeitete Variante der im Russkij zhurnal am 24.05.2002 veröffentlichten Fassung.

[2] Zhurnal.ru gehört zur ehrwürdigen Gründerzeit des russischen Internet. 1996 startete die Kultzeitschrift, die sich erstmals in Russland und in russischer Sprache Themen der Kulturgeschichte und Spezifik des Cyberspace widmete, parallel im Druck und im Web. Gegenstand waren u.a. Extremismus im Netz, Cybersex u.ä. Zhurnal.ru stellte sein Erscheinen 1999 ein. Aus seinen Reihen ging eine Vielzahl von Netzredakteuren und Kritikern hervor, die das Erscheinungsbild des Runet noch heute prägen.

[3] Pirogi, nach dem bekannten russischen Gebäck benannt und gleichzeitig eine Anspielung auf die oben bereits erwähnten Gelage (russ. pir), gehören zu den beliebtesten Klubs und Restaurants in Moskau, mit eigener Buchhandlung und Veranstaltungsprogramm. In den kommenden Jahren sollen 30 solcher Klubs in der Innenstadt und den Schlafstädten Moskaus eingerichtet werden.

[4] Der „Garten der sich verzweigenden Haiku“ wurde 1997 von Aleksei Andrejew angelegt und umfasst heute ca. 28.000 dieser in Russland ausgesprochen populären japanischen Miniaturen. Die jeweils erste oder letzte Zeile der poetischen Dreizeiler wird vom Computer vorgegeben und vom Spieler ergänzt. Es bildet sich ein unendlicher hypertextueller Gedichtreigen.

[5] Die „Fremden Worte“ sind ein Projekt von Jewgeni Gorny, das als Mischung aus Zitatmaschine und astronomischem Automat Zitate literarischer Werke auf den Bildschirm projiziert. Aus den ‚fremdsprachigen’ Textsplittern bildet sich das abwesende „Ich“ des Autor-Kompilators. Das Projekt gewann im Jahr 2000 den ersten Preis in der Kategorie „Virtuelle Persönlichkeiten“ des Internet-Literaturwettbewerbs Teneta.

[6] Burima ist nicht nur das erste, sondern bis heute eines der erfolgreichsten russischen interaktiven Literaturspiele. Über einen Zeitraum von fünf Jahre haben ca. 40 bis 50 Spieler, die über die ganze Welt verstreut sind, an die 20.000 Texte verfasst. Burima diente als „Prototyp“ für weitere Spiele wie den Sonetnik, die Limerick-Bäckerei oder den Garten der sich verzweigenden Pfade.

  

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