Die Satire

Suche
Impressum
Presseberichte


Willkommen

Neues

Übersicht

Virtuelle Pressestelle

 

Literatur im Netz

Eingangsseite

Magazine

Projekte

Autoren

Schreiben

Theorie

Literatur-Foren

Webringe

Rezensionen

Weitere Linklisten

Adressen

Magazin
Übersicht
Literaturführer
Interviews
juh's Satire
Rezensionen
Surftipps
Artikel
Buchtipps
 

Erosa

Aktuelle Ausgabe

Hinweise für Autoren

 

Tagebau

Der Tag im tage-bau

Das Buch

Archiv

Anmelden

Info

 

Berliner Künstler

Pablo Reese von Lichtenberg

Archiv

  

Interaktiv

Newsletter

Mailingliste

Chat (Mo 20:00)

Suchen

Downloads

  

Die Herausgeber

Sabrina Ortmann

Enno Peter

  

Über uns

Impressum

Kontakt

Presse

Werben im 
Berliner Zimmer 

  
  


Monatlich präsentiert die Redaktion des Berliner Zimmers an dieser Stelle eine Sudelei aus Jan Ulrich Haseckes Sudelbuch.

Über die Außenstelle des Bundesamtes für Verfassungsschutz NPD

Nachdem bekannt geworden ist, dass die meisten NPD-Mitglieder für den Verfassungsschutz arbeiten, dürften die letzten Zweifel an der Verfassungstreue dieser Partei vorläufig zerstreut sein. Keine andere deutsche Partei kann sich rühmen, dermaßen viele Verfassungsschützer in ihren Reihen zu haben. Während die Anhänger anderer Parteien bloß konstitutionelle Lippenbekenntnisse abgeben, haben die Mitglieder der NPD beim Verfassungsschutz sogar eine Verpflichtungserklärung unterschrieben. Wo gibt es so etwas heutzutage noch? Höchstens Gregor Gysi und Manfred Stolpe könnten vielleicht noch eine Verpflichtungserklärung älteren Datums hochhalten, wenn es zum Schwur kommt.

Nun wissen wir auch, warum NPD-Aufmärsche stets überaus diszipliniert ablaufen und die Polizei diese Kundgebungen immer so hingebungsvoll vor Gegendemonstranten schützt. Immerhin handelt es sich bei den Demonstranten ja quasi um Kollegen, die glatt rasiert in Reih' und Glied hinter einer Kapelle hermarschieren, die auch auf einem Polizeifest zum Tanz aufspielen könnte.

Leider wussten wir das nicht früher, denn sonst hätten wir das vorbildliche Verhalten von Verfassungsschutz und Polizei in der Öffentlichkeit entsprechend honoriert. Kein Gegendemonstrant hätte doch »Deutsche Polizisten schützen die Faschisten« gerufen, wenn er gewusst hätte, das hier nirgends Faschisten, sondern bloß ehrbare Mitarbeiter einer staatlichen Behörde, die unsere freiheitlich demokratische Grundordnung verteidigen, friedlich singend vorbeimarschieren.

Das Ganze ist natürlich ein Skandal! Warum hat uns Otto Schily nicht schon viel früher mitgeteilt, dass die NPD verfassungskonformer ist, als ihre Funktionäre und Anhänger je glaubten. Warum hat er dem Parlament und sogar seinen Ministerkollegen in der Bundesregierung die Tatsache verschwiegen, dass die NPD eine Außenstelle des Bundesamtes für Verfassungsschutz und keine rechtsextreme Partei ist? Wieso hat er geschwiegen, als Unionspolitiker mit dem rechten Auge blinzelten und ein Verbot der Partei forderten? Wieso hat er ihnen das rechte Auge nicht wieder zugedrückt und gesagt: »Falsch, falsch, alles falsch, die NPD ist nicht verfassungswidrig. Höchstens drei oder vier Prozent ihrer Mitglieder arbeiten nicht mit dem Verfassungsschutz zusammen. Und diese Randgruppe steht unter ständiger Beobachtung durch die übrigen Mitglieder.«

Es kann eigentlich nur zwei Gründe für sein Schweigen geben. Entweder fürchtete Otto Schily, dass nach einer Offenbarung der nationaldemokratischen Verfassungstreue Grüne, FDP, SPD und Union erfahrene Spezialisten aus den neuen Ländern anheuern würden, um nach inoffiziellen Mitarbeitern in den eigenen Reihen zu suchen. Oder der alte Terroristenverteidiger wollte eine offene Rechnung zwischen sich und dem Verfassungsschutz begleichen. Hatte er etwa vor, nach einem NPD-Verbot durch das Bundesverfassungsgericht aufzuspringen und den NPD-nahen Verfassungsschutz gleich mitzuverbieten?

Wie dem auch sei, eine viel wichtigere Frage bleibt ebenfalls offen. An wen sollen sich die Opfer der Neonazis nun mit ihren Schadensersatzforderungen wenden? An die NPD oder lieber gleich an den Verfassungsschutz?

Solingen, den 27. Januar 2002

© Jan Ulrich Hasecke (Alle Rechte vorbehalten.)

Endlich können Sie das Sudelbuch auch im Bett lesen.  Denn die ersten drei Jahrgänge des Sudelbuchs gibt es jetzt als Sammelband:

juh's Sudelbuch 98/99/00
374 Seiten, DM 48,90
ISBN 3-8311-2297-0

 

Ihre E-Mail:

  

VERLAG

Geschichte und aktuelle Entwicklung der digitalen Literatur

Mein Pixel-Ich

Ein literarisches Online-Tagebuch: Mein Pixel-Ich

Newsletter


Mailingliste


Suchen


Literaturführer Berlin


 Rezensionen


Surftipp

Philotast

Surftipp des Monats


Buch 
des Monats

J.U. Hasecke: 
Die Reise nach Jerusalem

 


Die besten Websites für Berlin-Besucher


Literarische Salons in Berlin


Bisher im Berliner Zimmer erschienen:

Die Satire im Januar 2002:
Bimbes für Linux. Wir schmieren unsre MdBs

Die Satire im Dezember 2001:
Bin Laden bald Deutscher?

Die Satire im November 2001:
Schmerzfrei mit Schador: der Dialog mit dem Islam

Die Satire im September 2001:
Das Leben der Niere Saskia

Die Satire im Mail 01:
Inder statt Kinder

Die Satire im April 01:
Umzingelt von Nazis oder Ganz schön schizo

Die Satire im März 01:
Bücherwahnsinn! Was kann man ohne Angst noch lesen?

 Home, sweet Home
Copyright Sabrina Ortmann und Enno E. Peter 1998-2001
Impressum
Kontakt:
info@berlinerzimmer.de