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An dieser Stelle präsentiert Ihnen das Berliner
Zimmer in Kooperation mit dem Literaturmagazin Macondo
regelmäßig Rezensionen interessanter aktueller Neuerscheinungen. Wenn
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Melinda
N. Abonji: Im Schaufenster im Frühling
Die Waffe unter dem Bett
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Mit einem Auszug aus ihrem Roman „Im
Schaufenster im Frühling“ konnte die aus Becsej, Vojvodina
stammende und nun in Zürich lebende Autorin, Musikerin und
Textperformerin Melinda Nadj Abonji die Jury des diesjährigen
Bachmann- Preislesens nicht auf ihre Seite ziehen – doch das nun
in seiner Gesamtheit vorliegende Romandebüt weiß auf ganzer Länge
zu überzeugen. In einem bilderreichen Verwirrspiel entwickelt sie
die Geschichte der Luisa Amrein, die mit Mitte zwanzig in Wien
lebt und ein Verhältnis mit dem verheirateten Frank hat. |
Luisas Geschichte ist eine tragische
Aneinanderreihung von Gewalt und Gegengewalt. Bruchstückhaft wird ihre
Vergangenheit aufgedeckt, erfährt der Leser von dem prügelnden Vater,
ahnt bald, dass es auch zu sexuellen Übergriffen gekommen sein muss.
„Krieg ist, wenn ich nach Hause komme, das war für sie normal.“ Die
häusliche Gewalt trägt Luisa hinaus auf den Schulhof; die Schläge
schmerzen weniger, wenn man sie weitergeben kann. Halt gibt ihr in dem
Kreislauf aus Gewalt nur der alte Friseur Zamboni, dessen Hund friedlich
im Schaufenster schlief.
Von ihrer Kindheit in einem namenlosen Dorf hat
sich Luisa auch in Wien nicht lösen können. Die Erinnerungen suchen
sie beständig heim, der Aufbau freundschaftlicher Beziehungen fällt
ihr schwer. Auch das Verhältnis zu Frank ist von einer sehr einseitigen
Abhängigkeit gekennzeichnet. Er bestimmt die Regeln, lässt sie im
Bedarfsfall fallen wie eine heiße Kartoffel. Eines Tages entdeckt Luisa
unter Franks Bett einen Revolver – und sie stellt fest, dass ihre
beste Freundin Valérie und Frank sich kennen.
Melinda Nadj Abonji erzählt ihre Geschichte nicht
stringent, Schicht um Schicht dringt sie vorsichtig zum Kern vor,
springt in den Zeiten hin und her, seziert Luisas Psyche, indem sie ihr
Erinnerungsskalpell mal hier, mal dort ansetzt und einen Streifen
Verletzung, Enttäuschung und Verzweiflung abzieht. Schritt für Schritt
erhöht sie dabei die Spannung. Dieser Roman verwirrt und verstört. Er
findet nicht die Worte für das, was Luisa widerfahren ist, aber die
Leerräume zwischen dem Gesagten sprechen eine sehr deutliche Sprache.
Am Ende lässt er seine Leser im Unklaren darüber, ob Valérie und
Luisa nicht eventuell ein und dieselbe Person sind, ob vielleicht auch
die Kindheitsfreundin Antonella nur eine Abspaltung Luisas war. In Nadj
Abonjis Prosa verwischen Wirklichkeit und Phantasie auf wundersame
Weise, für das Grauen findet sie erschreckend schöne Bilder. Ein
gewagtes und gelungenes Debüt.
Bei Amazon bestellen:
Melinda
Nadj Abonji
Im Schaufenster im Frühling
Ammann Verlag, 168 Seiten, 17.90 EUR

Maximilian
Steinbeis: Schwarzes Wasser
It's my party and I cry if…?
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Es ist schon ein besonderer Genuss, wenn man
dem Debütanten Maximilian Steinbeis durch die ersten Absätze
seiner Erzählung "Schwarzes Wasser" folgt: "Wir
verlassen das Wohnzimmer mit seinen Polstermöbeln und schweben
geräuschlos durch das Esszimmer in Richtung Flur…" beginnt
ein behagliches Schweben, eine verträumte Kamerafahrt an der Hand
des Erzählers durch das Haus, in dem sich die nun folgende
Geschichte abspielen wird. |
Selten hat ein Debütant einen solch
poetischen Einstieg gewählt und schon allein dafür gebührt dem
33-jährigen Juristen und Politredakteur (das steigert noch die
Verwunderung) Respekt. Doch auch im weiteren Verlauf weiß dieser
Erstling zu überzeugen. Erzählt werden rund 24 Stunden aus dem Leben
der Hauptfiguren, allen voran Elisabeth, die an diesem Tag ihren
zwanzigsten Geburtstag feiern und endlich ihre Unschuld verlieren will.
Die Feier findet statt im Haus ihres besten Freundes Wolodja, dessen
Freund Albert wiederum einen Ruf als Frauenheld zu verteidigen hat. Was
auch als Ausgangssituation für einen niveauarmen Teenager-Film
herhalten könnte, entwickelt bei Steinbeis eine ganz eigene
Magie.
Nicht zuletzt, weil in diese
Rahmenerzählung eine weitere Liebesgeschichte eingebettet ist: In einem
Seiteflügel der Villa lebt Wolodjas Großvater, auf den Albert eher
zufällig trifft. Der Alte verwechselt Albert mal mit seinem Sohn,
seinem Enkel, mal mit seinem Pfleger und mal auch mit dem Diener, den er
in besseren Zeiten hatte. In seinem Tonfall unwillkürlich von
großväterlicher Gutmütigkeit in harsche Befehle wechselnd, erzählt
er Albert von Katjuscha. Was auf den ersten Blick wie eine nostalgisch
verklärte Liebesgeschichte klingt, entpuppt sich allerdings als eine
tragische Dreierbeziehung. Katjuscha ist minderjährig und Wolodjas
Großvater bereits verheiratet, als er sich auf die Spuren von Humbert
Humbert begibt. Und so wird Albert ein gut gehütetes Familiengeheimnis
offenbart. Als er den alten Mann verlässt und zur Party zurückkehrt,
macht er sich auf die Suche nach Elisabeth.
"Schwarzes Wasser" klingt so
gar nicht nach einem Debüt unserer Zeit. In positivem Sinne altmodisch
wirkt die ganze Situation. Es sind nicht nur die Namen, die an längst
verstorbene russische Erzähler gemahnen. Die wummernden Bässe der
Party wirken beinahe wie Fremdkörper in einer Welt, in der
selbstverständlich im Esszimmer ein Flügel steht und Elisabeth Chopin
summt. Es ist ein Wunder, dass diese Atmosphäre nicht aufgesetzt oder
angestrengt erscheint, sondern den Leser nach einer kurzen Irritation in
sich aufnimmt. Und wenn Steinbeis die Partyszene beschreibt, dann vermag
er dies durchaus mit trefflichem Witz zu tun, ohne dass sich ein Bruch
im Erzählgefüge ergäbe.
In der Masse jugendlich hipper
Debütanten der Poetry-Slam-Szene mag Steinbeis einen schweren Stand
haben, doch es sollte mich sehr wundern, wenn wir von ihm nicht noch
einiges hören werden.
Bei Amazon bestellen:
Maximilian Steinbeis
Schwarzes Wasser
CH.Beck
141 Seiten

Ulla
Lenze: Schwester und Bruder
Auf Seelenwanderung
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Wenn eine junge Autorin Indien, Fragen nach
Religion und nicht zuletzt dem Sinn des Lebens zum Thema ihres
Debütromans macht, dann geht sie damit ein nicht unerhebliches Wagnis
ein. Schließlich dürfte kaum ein Land derart klischeebehaftet sein
wie Indien. |
Jeder hat ein Bild davon, ob aus
eigener Anschauung oder aus den verschiedensten Quellen zusammengefügt.
Für Ulla Lenze hat sich das Wagnis gelohnt: Den Ernst Willner-Preis
beim Bachmann-Wettbewerb, den Rolf-Dieter Brinkmann-Förderpreis der
Stadt Köln und den Jürgen Ponto-Preis hat sie für ihr Debüt
erhalten. Doch was sie noch weitaus mehr verdient, sind zahlreiche
Leser.
Schwester und Bruder erzählt von
einer gestörten Geschwister-Beziehung. Lukas, der Bruder der
Ich-Erzählerin Martha, kehrt nach einem Jahr in Indien nach Deutschland
zurück. Der Empfang, den Martha ihm bereitet, ist recht frostig. Seinen
euphorischen Berichten bringt sie nur halbherziges Interesse entgegen,
während er vor lauter Indien-Begeisterung keinerlei Verständnis für
ihre Alltags-Probleme aufbringt. Lukas' Erlebnisse, die Begegnung mit
einem geheimnisvollen blinden Guru und sein Aufenthalt in einem
Geisterhaus, werden von Martha belächelt.
Doch plötzlich erkrankt Lukas und
erblindet. Organische Ursachen sind nicht feststellbar und so lässt
sich Martha wiederwillig auf die Idee ein, mit Lukas nach Indien zu
reisen, um seinen Guru wiederzufinden. Diese Reise soll auch eine Reise
zu den Wurzeln der geschwisterlichen Dissonanzen werden.
Was vielleicht auf den ersten Blick
arg klischeebeladen erscheint, weiß Ulla Lenze überzeugend umzusetzen.
Durch die Brechung der brüderlichen Erzählungen in Marthas Augen
schafft sie einen notwendigen Abstand zur esoterisch überladenen
Sinnsuche. Auch als Martha sich zur Reise überreden lässt, überwiegt
ihre Skepsis. Dadurch, dass Indien sich sowohl in den
begeisterungswilligen Augen Lukas' wie auch dem überkritischen Blick
Marthas spiegelt, entwirft Lenze ein wirklich überzeugendes Bild dieses
fremden Landes. Das einzigartige Zusammenspiel von Düften und Gestank,
von Farbenreichtum und grauem Elend nimmt den Leser gefangen.
Und schließlich schafft sie es, in
diesem wundervollen Roman in einer Leichtigkeit über Religion und
Glauben zu philosophieren, wie es vielleicht noch Yann Martell in seinem
Schiffbruch mit Tiger gelungen ist.
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Ulla Lenze
Schwester und Bruder
DuMont
222 Seiten

Ricarda
Junge: Silberfaden
Verlorene Seelen
Ob
man Schreiben lernen kann, ist eine immer wieder gern gestellte Frage.
Wenn man den beachtlichen Output des Leipziger Literaturinstitutes
betrachtet, so scheint man diese Frage mit einem klaren "Ja"
beantworten zu können. Jüngstes Beispiel in mehrfacher Hinsicht ist
die 1979 geborene Ricarda Junge. Unter dem Titel "Silberfaden"
versammelt ihr Debüt zwölf kurze Erzählungen. Ihre Heldinnen und
Helden hat es zum Teil an ferne Orte verschlagen, doch vor allem in
ihrem Inneren haben sie ihr Zuhause verloren. Schon die erste Geschichte
des Bandes, "Entfernt", macht unmissverständlich klar, dass
wir auf den folgenden Seiten keine Harmonie erwarten dürfen. Die
unangenehme Atmosphäre in der fragilen Vierecksbeziehung von Eltern,
Kind und Kindermädchen schließt sich spürbar um die Kehle des Lesers.
Ricarda Junge zeigt sich als Meisterin der
Andeutungen, der genauen Beobachtung. Der Teufel steckt im Detail, in
den unausgesprochenen Sätzen, in den beiläufig wirkenden Gesten. Junge
erläutert nicht, sie schmückt nichts aus. Ungewöhnlich trocken und
emotionslos beobachtet sie, verliert kein Wort zuviel. Und so zieht sie
den Leser unmittelbar in das Erzählte mit hinein.
"Wir hatten sehr viel Zeit und sehr viel
Strand" heißt es in der titelgebenden Erzählung, und dieser Satz
könnte als Motto für alle Geschichten gelten. Junges Protagonistinnen
stehen an potentiellen Wendepunkten. Sie wollen wegkommen von ihrer
Vergangenheit, von Menschen, von Orten. Sie haben ihr Leben in der Hand,
doch sie wissen nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen. Und wenn wir
sie wieder verlassen, befinden sie sich zumeist immer noch in diesem
Zwischenstadium.
"Baby you can sleep while I drive"
zitiert Junge einen Song von Melissa Etheridge vor ihrer Erzählung
"Ostwärts". Man sollte sich hüten, die Augen zu schließen,
wenn man von Ricarda Junge durch ihre Geschichten chauffiert wird, man
könnte sich sonst in ihnen verlieren.
Frank Schorneck (Macondo)
Link zu Amazon:
Ricarda Junge
Silberfaden Collection
S. Fischer
188 Seiten

Peter Weber: Bahnhofsprosa
Prosa in Zeiten der Bahnreform
Peter Weber, Jahrgang 68, nimmt uns in „Bahnhofsprosa“ auf eine zutiefst verstörende magische Reise mit. Ausgangsort dieser Reise in 24 Prosa-Etappen ist eine prächtige Bahnhofshalle. Hier sitzt der Erzähler im „üppig aufwachsenden Gerede, das (…) die Decke entlangufert“. Er fühlt sich an die Sixtinische Kapelle erinnert, an eine nahezu heilige Stimmung, die vom sinnentleerten Gebrabbel der Massen gestört wird. Doch die „Stille in der Sixtinischen Kapelle ist heilig, während vollkommene Stille in der Bahnhofshalle heillos ist“. Der Erzähler versucht, mit zischenden Ausrufen den Lärm der Bahnhofshalle zu zerteilen, das Gleichgewicht des Bahnhofes zu stören.
Während dieser Einstiegstext mit ruhiger Poesie auf den Leser wirkt, begibt sich Weber in den folgenden Prosaminiaturen auf phantastisches Terrain. Er lässt die Bahnhofswelt aus den Fugen geraten. Er erzählt von einer mächtigen Bahnhofs-Glocke, die so schwer war, dass Sie an Ort und Stelle gegossen und aufgezogen werden musste, wegen ihrer Schwere jedoch während des Gießens einsackte, Gleise und Weichen mit sich in die Tiefe zog, bis sie vom Grundwasser gekühlt wurde. Dort, im Bauch des Bahnhofes, spendet sie nun den Takt des Bahnhoftreibens, lässt als Herz ihren Schall durch das gesamte Gebäude wellen.
Der Abstieg zur Toilette (der auch in der Realität so manche unangenehme Überraschung mit sich bringen kann) führt den Erzähler in eine geheime Welt. Ein unterirdischer Bach (Styx?) und die Entdeckung eines Maschinenraumes sind erst der Beginn einer faszinierenden Realitätsverschiebung.
Webers Prosa glänzt mit ungewöhnlichen Bildern, erschafft eine magische Stimmung: „ich schwadere durch grundloses Gelächter, auf einen Wasserfall zu, über die Kante ins nächste Geräusch, regne auf ein frischbezogenes Bett und schlafe weiter.“ – was einem so durch den Kopf geht, wenn man auf seinen verspäteten Zug wartet…
Frank Schorneck (Macondo)
Link
zu Amazon:
Peter Weber:
Bahnhofsprosa
Suhrkamp,
132 Seiten

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Meer von Robert Gernhardt
"Das Meer ist tief,
die Welt ist schlecht
wie ihr´s auch dreht -
der Wal hat recht." |
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Mit "Meer von Robert Gernhardt" erschient das vierte Buch der Marebibliothek. Damit wendet sich der marebuchverlag, der jüngst vom
Stapel lief, endlich auch der heiteren Seite des Meeres zu.
Robert Gernhardt, der große humoristische Dichter oder auch große dichtende Humorist, äußerte ob der Anfrage nach einer maritimen
Auswahl seiner Werke zunächst Bedenken. Zur "Toskana" könne er mehr beisteuern. Der Verlag aber blieb auf Kurs und zog nach langer Fahrt
doch einiges aus Gernhardts Schaffen an Land, das zum Thema passen wollte. Dabei wurde tief gefischt und die vorliegende Auswahl
versammelt dann auch kurze Texte, Cartoons und Gedichte aus der gesamten Schaffenszeit Gernhardts seit 1964.
Das Buch beginnt und schließt mit neuen Texten. Zu Beginn erzählt der Autor, der sich sonst selten über sein Leben
auslässt, in "Muttchen, komm bald wieder", daß seine Mutter in den 40er Jahren ein
Kapitänspatent erwarb und mit 97 Jahren noch ein Boot steuerte! Dann erzählt er von Begegnungen am Strand und
lässt uns an Schnuffis See-Abenteuer (aus der legendären "Welt im Spiegel") teilhaben.
Gernhardt präsentiert uns die ganze Meeres-Fauna: Albatrosse, Delfine,
(Mörder)robben und andere "Tiere der Tiefe", aber auch Lebewesen, die man nicht in Meeresnähe vermutet: Bären am Strand, aufgeweckte Frösche
und kluge Biber.
Die Zusammenstellung bietet rund 70 kurzweilige Texte, leider sind nur 9 bisher noch nicht erschienen. Der Gernhardt-Fan wird sich also nach dem
Kauf des Buches so fühlen wie der Seemann, der betrunken in
Schanghai zum Anheuern überredet wurde. Trotzdem ist dieses Buch auch aufgrund der
schönen Ausstattung ein schönes Geschenk - insbesondere für die wenigen, die Gernhardt immer noch nicht kennen.
Enno E. Peter
(Berliner Zimmer)
Link zu Amazon:
Meer von Robert Gernhardt
marebuchverlag 2002,
160 S.

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präsentiert: |
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Ulrike
Draesner: Mitgift
Seitenwechsel
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"Bedingungslose
Hingabe an ihren Freund ist Aloes Wunsch, aber Lukas, Astronom von
Beruf, denkt in intergalaktischen Entfernungen, weniger in alltäglicher
Nähe. Auch Aloe, so aufgeklärt sie ist, leidet unter den
Heimlichkeiten ihrer Kindheit: Was verbirgt sich hinter der Schönheit
ihrer Schwester?"
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Mal ehrlich: Hätten
Sie das Buch, auf dessen Rücken dieses unbeholfene Stück Klappenprosa
zu lesen ist, überhaupt aufgeschlagen? Sie sollten es aber tun, denn
zwischen den Buchdeckeln versteckt sich ein schier überwältigender
deutschsprachiger Roman
Ulrike Draesner,
preisgekrönte Lyrikerin und Übersetzerin, erhielt 1997 den
foglio-Preis für einen Prosatext, der ein Jahr später in dem
beeindruckenden Roman "Lichtpause" zu finden war. Keine
leichte Kost bot dieser Roman um ein elfjähriges Mädchen, das an der
Welt der Erwachsenen zerbricht. Mit gekonnt asymmetrisch gesetzten
Sprachbildern schuf Ulrike Draesner einen Lesewiderstand; sie lockte
jedoch gleichsam mit ungemeiner sprachlicher Virtuosität. Nicht zuletzt
dieser Leseerfahrung ist zu verdanken, dass mich der Klappentext nicht
von der Lektüre ihres neuen Romans abhalten konnte.
"Mitgift"
ist ein ausgeklügeltes Geflecht unterschiedlichster Zeitebenen, doch
grob läßt sich der Roman in zwei Handlungsstränge untergliedern, die
vielfach miteinander verknüpft sind. Da ist zum einen die besagte
Beziehung Aloes zum Astronomen Lukas, zum anderen die schwierige
Beziehung zu Eltern und Schwester. Aloes Schwester Anita war immer die
schönere, die verhätschelte, der kleine Liebling. Doch was waren das
für Krankenhausaufenthalte, was waren das für Tabletten, die Anita
nehmen musste, was verbarg sich unter dem Verband unter ihrem Nabel und
weshalb mußte sie mit fünf neu pinkeln lernen?
Die
"Familienschande", der Hermaphrodit der Familie, wird mit
einem Tabu belegt, erst nach und nach erfährt Aloe das Geheimnis ihrer
Schwester, beginnt sie zu durchschauen, warum die Eltern Anita allein
für ihr bloßes "Tochtersein" bevorzugen.
Dadurch, dass
Ulrike Draesner nicht die Sicht Anitas, sondern die Perspektive der
mittelbar betroffenen Schwester wählt, gelingen ihr mit Leichtigkeit
zwei Dinge: Anita bleibt auch für den Leser ein undurchschaubares und
rätselhaftes Wesen und gleichzeitig gewinnt Anitas Schicksal im Spiegel
von Aloes Augen eine weitere Dimension: Wenn Aloe sich weit nach der
Pubertät in die Magersucht flüchtet, ist dies eine zwar späte, aber
dennoch eindringliche Reaktion auf das Dasein im Schatten der "Monster"-Schwester.
Ulrike Draesner
findet für die aufgewühlte Psyche ihrer Protagonisten stets die
richtigen Worte. Gegenüber "Lichtpause" hält sie zwar ihre
sprachliche Experimentierfreude ein wenig im Zaum, doch auch
"Mitgift" besticht durch eindringliche Bilder und gestochen
scharfe Prosa. Ulrike Draesner schafft es, schon auf den ersten Seiten,
mit der bloßen Schilderung eines belanglosen Kindergeburtstages die
Leser für sich zu gewinnen und Spannung aufzubauen. Und mit welcher
fragilen Wucht (sic!) sie Magersucht in Prosa fasst, kann einem schier
die Sprache verschlagen. "Mitgift" ist schlicht und einfach
der beste deutschsprachige Roman, der mir in diesem Frühjahr bislang in
die Finger geriet.
Frank Schorneck
Link zu Amazon:
Ulrike
Draesner
Mitgift
Luchterhand
378 Seiten

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Thommie
Bayer: Das Aquarium
Fenster
zum Bitter Moon
Wer
hätte das gedacht? Mit „Das Aquarium“ hat Thommie Bayer ein sehr
„erwachsenes Buch“ vorgelegt. Thommie Bayer, der vor Jahren als
Kabarettist und Liedermacher, als einer der „Drei Männer, die sie
Pferd nannten“ für ein gut gelauntes Publikum sorgte; Bayer, den ich
stets als Garanten für pointierte und leichte Unterhaltung betrachtet
hatte. Ob in „Spatz in der Hand“ oder „Der langsame Tanz“ -
Bayer bewies stets ein feines Gespür für die Ironie des Alltags, für
feine Nuancen in Beziehungsgeschichten. Leichtfüßig vermochte er sich
auch auf dem schwierigen Terrain der Erotik zu bewegen, auf dem schmalen
Grat zwischen Kitsch und Pornografie zu balancieren.
Nun,
in „Das Aquarium“, nimmt sich der Humorist Bayer stark zurück, um
Geschichten von Verlust und Trauer, Verführung und Hörigkeit zu einem
spannenden Roman zu verflechten. Der Ich-Erzähler Barry hat bei einem
Unfall die (vielleicht) große Liebe seines Lebens verloren. Seelisch
stark angeschlagen kapselt er sich in seiner Wohnung ein. Er beginnt,
die Menschen im gegenüberliegenden Haus zu beobachten. Besonders die
junge Frau im Rollstuhl, die im obersten Stock ein Penthouse mit großen
Fensterfronten - das Barry daher „Aquarium“ tauft - bezieht und sich
ähnlich wie er in selbstgewählte Einsamkeit begibt, regt seine
Phantasie an. Als sie mit roter Schrift ihre e-Mail-Adresse an die Wand
schreibt, gibt sie zu erkennen, dass sie von Barrys neugierigen Augen
weiß. Zwischen den beiden beginnt ein e-Mail-Austausch, der häufig ein
Flirt ist, aber für beide auch eine Art Therapie bedeutet:
June
erzählt Barry ihr Schicksal, die Geschichte einer verhängnisvollen
sexuellen Hörigkeit - und auch Barry offenbart seine geplatzten Träume.
Doch kaum glaubt der Leser zu wissen, wie der Hase läuft, schlägt die
Geschichte überraschende Haken.
Von
der Grundstimmung her ist Bayers neuer Roman eine literarische Mixtur
aus Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ und Polanskis „Bitter
Moon“. Auch der Leser erliegt der Faszination des Voyeurismus, fiebert
den Entwicklungen entgegen. Gelungen sind vor allem kleine, verstörende
Begebenheiten, wie zum Beispiel das Auftauchen des Mannes, der den tödlichen
Unfall von Barrys Liebe verursacht hat und nun auf Anraten einer
Psychologin das Gespräch mit Barry sucht. Doch bei aller Spannung und
Erotik kommt auch Bayers Wortwitz nicht zu kurz. Pointierte Dialoge, in
denen er feine Stimmungsschwankungen registriert, Worte auf die
Goldwaage legt, geraten manchmal nah an Screwball-Gefilde.
Der
Showdown, auf den die Story rasant zuläuft, vermag allerdings nicht
ganz die Erwartungen zu erfüllen, die die bis dahin raffinierte
Konstruktion weckt. Plötzlich lösen sich Bedrohungen und Probleme in
Wohlgefallen auf, das Ende ist etwas zu harmoniesüchtig zum Happy-End
geformt. Das führt leider zu Abzügen in der B-Note.
Frank
Schorneck
Bei Amazon
bestellen:
Thommie
Bayer
Das Aquarium
Gebundene Ausgabe,
335 Seiten
Eichborn
Vlg., Ffm.
Erscheinungsdatum: 2002
ISBN: 3821808950
336 Seiten

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Frank Schulz: Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien
Communication Breakdown
Zehn Jahre ist es nun her, dass mir mit "Kolks blonde Bräute" der ultimative Kneipen- Roman in die Hände fiel. Mit einem unglaublich feinen Gespür für sprachliche Eigenheiten entwarf Frank Schulz bizarre Trinkerdialoge von einzigartiger Genialität, was ihm aber lediglich den Status eines "Geheimtipps" einbrachte. Ein kleiner, wenn auch feiner Fankreis konnte die Fortsetzung der "Hagener Trilogie" kaum erwarten.
Und nun hat das Warten ein Ende. Annähernd zeitgleich mit der Einleitung des Konkursverfahrens gegen seinen Herausgeber, den Haffmans-Verlag, legt Frank Schulz mit "Morbus fonticuli" die Fortsetzung vor - und der Sprung in die erste Garde deutschsprachiger Literatur müsste ihm hiermit gelingen.
"Morbus fonticuli" ist nicht allein vom Umfang her ein imposantes Werk, es besticht auch durch seine gelungene Komposition, sein wogendes Wechselspiel zwischen Komödie und Tragödie.
Der Roman setzt ein mit einer Expedition von Freunden auf der Suche nach Bodo Morten, einem Mann, der sich tatsächlich mit den Worten "Ich geh nur noch mal eben Zigaretten holen..." aus seinem Alltagsleben verabschiedet hat. Die Freunde, vor allem aber die Ehefrau, müssen bei Ihren Nachforschungen erfahren, dass Bodo über Jahre hinweg ein zermürbendes Doppelleben geführt hat. In einem geheimen "Kabuff" entdecken sie mehrere Journale, in denen Bodo seinen eigenen Absturz detailliert dokumentiert hat. Die scheinbare Ordnung tagebuchähnlicher Aufzeichnungen wird ad absurdum geführt durch ungeordnete Abschweifungen. So werden dem Leser Puzzleteile einer Existenz vor die Füße geworfen, aus denen er sich die schicksalhaften
"Bärbel"-Phasen in Bodo Mortens Leben zusammensetzen kann.
Bärbel Befeld, das ist die prollige Inkarnation von Bodos feuchten Träumen. Blöde, aber geil - und nicht zuletzt etliche Jahre jünger als Bodo - wickelt Bärbel den abgebrochenen Geisteswissenschaftler um den kleinen Finger. Ihrem phänomenalen Hintern, vor allem aber ihrer ebenso billigen wie willigen Ausstrahlung ist Bodo verfallen.
Doch Bodo erzählt nicht nur von seinen alkoholgetränkten Exzessen mit Bärbel, er ergeht sich in zahllosen Nebenhandlungen, von denen die Schilderungen aus dem Redaktionsalltag des Anzeigenblattes "Elbe Echo" den größten Umfang einnehmen dürften. Allein für diese Einblicke sollte Schulz das Verdienstkreuz der "Anonymen Lokaljournalisten" verliehen werden. Bis in die kleinste Nebenfigur hinein hat Schulz sein Personal mit differenzierten Spracheigenheiten ausgestattet, die es weit besser charakterisieren, als es langatmige Beschreibungen tun könnten. Stockende Rede, mannigfaltige Füllwörter, aus dem Ruder laufender Satzbau, sich überschlagende und letztlich im Sande verlaufende Argumentationsketten, alkoholisiertes Lallen, eigentümlich gesprochene Konsonanten - bis hin zu unangenehmen Rachengeräuschen
("nörg") oder dem eingestreuten Schluckauf schaut Schulz seinen Figuren nicht nur aufs, sondern geradezu ins Maul.
Nun soll aber nicht der Eindruck entstehen, es handle sich bei "Morbus fonticuli" um einen einzigen großen Spaß. Mit seiner benebelten Nabelschau offenbart Bodo Morten seine bedenklich angeknackste Psyche. Er leidet darunter, in seinem Leben noch nichts richtig auf die Beine gestellt zu haben. Er leidet darunter, dass seine Frau Anita beruflich erfolgreich ist, während er sich kaum von der Couch zum Arbeitsamt aufraffen kann. Er leidet unter dem sexuellen Sog, den Bärbel auf ihn ausübt. Er leidet unter Orientierungslosigkeit, unter Heimatlosigkeit. Vor allem aber leidet er unter seinem grenzenlosen Selbstmitleid. Er ist ein Hypochonder, der sich beinahe lustvoll ein selbst erfundenes Krankheitsbild - den "Morbus Fonticuli" - diagnostiziert - bis der Weg in die Psychiatrie geebnet ist.
Bei
Amazon bestellen:
Frank Schulz: Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien,
Haffmans, 767 Seiten
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Tanja
Schwarz
Der nächtliche
Skater
Es ist noch gar nicht so
lange her, da hätte eine Autorin um die Dreißig keine Chance erhalten,
mit einem Erzählband zu debütieren. Zunächst musste ein Roman her, in
dessen Kielwasser sich auch Kurzprosa vermarkten ließ.
Doch Kurzprosa hat in den
letzten Jahren enorm an Renommee und Ansehen bei Lesern und Kritikern
gewonnen - nicht zuletzt dank der Wiederentdeckung Raymond Carvers oder
(im deutschsprachigen Raum) der Neuentdeckung Judith Hermann.
Eine dieser zu
entdeckenden Stimmen ist die von Tanja Schwarz. Nach dem Studium am
Deutschen Literaturinstitut Leipzig hat es die 31-Jährige nach (na?)
Berlin verschlagen. Doch Gott sei dank wird hier nicht ein weiteres Mal
die ach so tolle Großstadt Berlin mit ihrer ach so coolen Szene
besungen. Die Geschichten von Tanja Schwarz handeln von ganz normalen...
- nein, das tun sie auch nicht. Manche Geschichten scheinen auf den
ersten Blick vielleicht alltäglich, doch sie offenbaren auf den zweiten
Blick eine beeindruckende Doppelbödigkeit.
„Tina Rabes Abendmahl“
zum Beispiel ist ein Meisterwerk der leisen ironischen Töne, gleich zu
Beginn des Buches. Tina, das Kind einer allein erziehenden Mutter geht
in die 8d des Johannes-Kalbfell-Gymnasiums. Hier ist sie unter Kindern
aus Pfarrers- und ähnlich wohlbehüteten Familien eine Einzelgängerin
ohne Streichinstrument und Markenklamotten. Tanja Schwarzes Schilderung
der Schulhofszenen verarbeitet natürlich Klischees, aber das in einer
ungemein sympathischen und witzigen Weise.
„Bellas Spiele“
strotzt vor Erotik, „Glorias Tierschau“ und „Michelle Matussek“
führen in die Tiefen der Rassekatzenschauen.
Tanja
Schwarz schreibt über lesbische Liebesbeziehungen, ohne
Frauenbuchladenliteratur zu produzieren - und wer Sätze schreibt wie
„Sie weiß das ganz genau, Schlachtschiff mit faulenden Planken, Kurs
auf schnittige junge Yachten, die behende beidrehen, wenn die alte
Fregatte auf sie zuhält. Eine klimakterische Welle schwappt ihrem Bug
einen Meter voraus und treibt den schillernden Schwarm in die Flucht“
- der hat meine Sympathien gewonnen.
Bei
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Tanja
Schwarz: Der nächtliche Skater
Gustav Kiepenheuer Verlag, 147 Seiten
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Dermot Healy: Der Lachsfischer
Der Irische Fluch
Die trinken, die Iren. Eine Weisheit, wie sie einem Asterix-Heft entstammen könnte. Was wäre die irische Literatur ohne den übermäßigen Konsum geistiger Getränke? Irland ohne Bloomsday, Whiskey in the Jar und Arthur Guinness? Klischee und ein Stück weit Realität: Alkohol ist vielleicht das größte Thema irischer Literatur - nach der großen Hungersnot und den "Troubles". Trotz dieser langen Tradition ist es Dermot Healy gelungen, mit "Der Lachsfischer" dem altbewährten Thema neue Dimensionen zu verleihen.
"Laß uns gemeinsam alt und nüchtern werden" - was zunächst wie ein Übersetzungsfehler klingt, ist der zum Scheitern verurteilte Wunsch eines ungleichen Paares. Jack Ferris, der menschenscheue Theaterautor, der seine innere Ruhe im Lachsfang an der rauen Westküste Irlands zu finden sucht, und Catherine Adams, die lebenslustige (einige Jahre jüngere) Schauspielerin, die eine Hauptrolle in einem von Jacks Stücken in Dublin spielt. Beide verbindet eine labile Liebe, die letztlich am Alkohol scheitert. Ihr Zusammensein mündet stets in Eifersucht, Streit bis hin zu körperlicher Gewalt. Das alkoholgetränkte Versöhnen ist mehr ein Klammern denn Trost. Eine Trennung scheint der einzige Weg zu sein, die Beziehung zu retten..
In eindrucksvollen Bildern schildert Healy Jacks Taumel durch ein Leben ohne Catherine. Blackout, Verfolgungswahn und Desorientierung ziehen sich als Motiv durch Jacks Empfinden. Seine phasenweise Abstinenz, seine Lügen der Umwelt und auch sich selbst gegenüber, seine fadenscheinige Begründung für den ersten Schluck, der zum erneuten Absturz führt - all diese Stationen erleben wir wieder und wieder.
Ein weiterer wichtiger Erzählstrang führt uns in die Vergangenheit Catherines. Als Tochter eines Constablers der RUC in Nordirland wächst sie mit mannshohen Zäunen ums Haus und der ständigen Angst auf, der Vater könne eines Tages nicht von der Arbeit zurückkehren. Das Ferienhaus in der Republik und Gälisch-Unterricht können die Kluft zwischen den Religionen nicht überwinden.
"Der Lachsfischer" beschreibt den schleichenden Verfall zweier Menschen und ihrer gemeinsamen Hoffnungen in einer eindringlichen Prosa. Die Schilderung von Jacks vergeblicher Alkoholtherapie ist von ungeheurer Intensität und wäre alleine die Lektüre wert. An der Oberfläche mag der Roman ruhig erscheinen, doch unter den Wellen befinden sich gefährliche Untiefen.
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Dermot
Healy: Der Lachsfischer
Deutsch von Brigitte Walitzek
Hoffmann und Campe, 479 Seiten
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