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Presse

Publizieren ohne Papier

9 Ausblick

Das Onlinepublizieren bietet spezialisierten Zeitungen und Zeitschriften eine hervorragenden Alternative zum Druck und einen kostengünstigen Vertrieb. Für Publikumszeitschriften können Onlineangebote ein Instrument der Werbung darstellen und zur Kontaktaufnahme mit den Lesern und der Bereitstellung zusätzlicher Serviceleistungen dienen. Auflagenschwache Medien, insbesondere wissenschaftliche Fachzeitschriften, können ihre Leser preisgünstiger und aktueller informieren.

Mit den am Markt angebotenen Programmwerkzeugen ist die Erstellung einzelner Seiten möglich. Die Konvertierung und Pflege großer Datenbestände kann von ihnen zur Zeit nicht geleistet werden. Ein weiteres technisches Problem stellt das Auftauchen der HTML-Erweiterungen dar, die verhindern, daß alle Dokumente im WWW auch mit allen Browsers angezeigt werden können. Diese Entwicklung stellt Berners-Lees Konzept der Universal Readership in Frage und gefährdet die Systemunabhängigkeit des World Wide Web.

Neben den technischen Problemen wie der Datensicherheit existieren eine Vielzahl ungelöster Aufgaben im juristischen Bereich. Insbesondere ist hier die Diskussion zu nennen, ob Onlineveröffentlichungen dem Presse- oder dem Rundfunkrecht unterliegen. Die Lösung dieser Aufgaben ist eine wichtige Voraussetzung für die Marktentwicklung des Onlinepublizierens einerseits und Etablierung des WWW als wissenschaftliches Kommunikationsmedium andererseits.

Das Publizieren im WWW wird die Verlagslandschaft langfristig verändern. Neue Tätigkeitsbereiche werden geschaffen und alte werden verschwinden. Verlage müssen die Entwicklung beobachten und mit gestalten, wenn sie die entstehenden Märkte nicht anderen Anbietern wie Softwarehäusern, Grafikagenturen und Providern überlassen wollen. Der Vorteil, den die Verlage mitbringen, ist ihre in Jahrzehnte langer Arbeit erarbeitete Kompetenz des Veröffentlichens von Informationen. Der Nutzen der Onlinekommunikation wird durch Inhalte bestimmt. Inhalte müssen bewertet, aufbereitet und der Leserschaft nahe gebracht werden.

Bereits in naher Zukunft ist es möglich, daß das Konzept der “wartungsfreien Datenbankverlage”68 realisiert wird. Ein Verlag betreibt über das Netz erreichbare Datenbanken. Autoren schicken dem Verlag ihre Manuskripte. Die Lektoren des Verlages sichern die formale und inhaltliche Qualität der Dokumente, die von den Lesern aus der Datenbank entnommen werden können.

Der Leser stellt sich Texte zusammen, die er selbst ausdrucken oder auf seinen Computer übertragen kann. Buchhandlungen könnten Publishing on Demand anbieten, einem Service bei dem z.B. umfangreichere Dokumente gedruckt werden und zwar vor Ort beim Buchhändler. Auf diese Weise sind nicht nur individualisierte Bücher, sondern auch individualisierte elektronische Zeitungen (Individualized Electronic Newspaper) denkbar69.

Die von vielen befürchtete Entwicklung, daß Onlinemedien das gedruckte Wort verdrängen, ist sehr unwahrscheinlich. Das Medium Papier bleibt mit seinen herausragenden Eigenschaften unverzichtbar. Der Autor und Semiotiker Umberto Eco bemerkt dazu: “Es ist in der Geschichte der Kultur noch niemals vorgekommen, daß etwas Neues das Alte einfach vernichtet hat. Das eine hat das andere nur tiefgreifend verändert.” 70

 


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