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Literatur im Netz: Engagiert und idealistisch

Von Sabrina Ortmann

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Idealisten am Werk

Alle in diesem Artikel vorgestellten Projekte verdanken ihre Existenz dem unbezahlten Engagement ihrer Initiatoren. Schriftsteller und Literaturliebhaber waren immer schon Idealisten. Im World Wide Web sieht das nicht anders aus, zumal sich mit kulturellen Web-Sites bisher kaum Geld verdienen lässt.

Bereits seit 1996 betreibt Wolfgang Tischer sein Literatur-Café im Internet. Die Site entwickelte sich schnell zu einem attraktiven Treffpunkt für Autoren und Leser. Heute arbeiten sechs ehrenamtliche Helfer in ihrer Freizeit an den zahlreichen Einzelprojekten und Rubriken des Cafés. Alle drei bis vier Tage wird den Besuchern etwas Neues präsentiert: Prosa und Lyrik verschiedener Autoren, Buchbesprechungen, Berichte von literarischen Veranstaltungen und Schreibwettbewerbe. Zur letzten Buchmesse startete im Literatur-Café ein neuer Service für Autoren: Der Kritiker Malte Bremer bewertet in der Rubrik "Maltes Meinung" alle zwei Wochen einen eingereichten Text. 

Kultur im Internet zu finanzieren, das sei wie auch außerhalb des Internets sehr schwierig, meint Tischer. "Vielleicht ist das sogar noch schwieriger, denn man kann nicht mal einen Teil der Ausgaben durch Eintrittsgelder ausgleichen." Die Finanzierung über Bannerwerbung bringt auf Grund niedriger Klickraten im kulturellen Bereich wenig ein. Wolfgang Tischer, der täglich zwei bis drei Stunden Arbeit in sein ambitioniertes Projekt investiert, hofft darauf, eines Tages einen Sponsor zu gewinnen. "Dann könnte man tatsächlich eine ständige Online-Redaktion finanzieren, was noch mehr Aktualität bedeuten würde."

"Erosa" ist ebenfalls ein solches "Feierabendprojekt". Erotische Literatur sei schon immer ein Stiefkind der deutschen Literatur gewesen, meint der Herausgeber Enno E. Peter, der deshalb seit Januar 1999 das Online-Magazin für erotische Literatur veröffentlicht. Im Sommer erscheint bereits die fünfte Ausgabe mit erotischen Kurzgeschichten, Gedichten und Bildern wechselnder Autoren, denen es gelungen ist, die Facetten der schönsten (Neben)Sache dieser Welt sprachlich darzustellen. Das Magazin distanziert sich bewusst von der Pornografie im Internet. 

Und obwohl die Erotik-Seiten sehr viele Zugriffe verzeichnen, finden sich nur sehr selten Werbebanner in dem Magazin. "Ich bin sehr wählerisch in der Auswahl möglicher Werbepartner. Ich habe kein Interesse daran, Banner kommerzieller Pornografie-Pages zu veröffentlichen", erklärt der Informatiker. Eine direkte Abrechnung über die Nutzer sei bisher technisch nicht möglich. Die Beträge wären schlicht zu gering: "Für den Zugriff auf eine Ausgabe könnte man ja nicht allzu viel verlangen und fünf Mark lassen sich nicht über die Kreditkarte abrechnen." Was fehlt ist also ein praktikables Micropayment, mit dessen Hilfe auch Kleinstbeträge für die Nutzung von Inhalten abgebucht werden können. Kreditkartenanbieter und Netzbetreiber arbeiten bereits an einer Lösung. "Und wenn die Technik erstmal da ist, wird das auch für kulturelle Angebote interessant sein", meint Enno E. Peter. 

Steven King jedenfalls hat im März den elektronischen Vertrieb erfolgreich getestet: mit den Downloads seines Kurzromans "Riding the Bullet" verdiente er rund eine Million DM. Wenn sich mit Literatur im Internet eines Tages wirklich Geld verdienen lässt, werden sicher auch die großen Verlage ihre Autoren dort präsentieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Vielfalt und Lebendigkeit, die zur Zeit die virtuelle Literaturszene auszeichnet, den wachsenden kommerziellen Interessen nicht zum Opfer fallen.

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