Als
Experten (X-Per10) waren Oliver Stahmann und Sylvia Geist
am 21.01.2001
in unserem Chat zu Gast
Weiterführende Links

asterixxi: Welche Literaturagenturen kennen die
Experten denn?
X-Per10: Wir
asterixxi: Wir?
X-Per10: Sylvia Geist &
Oliver Stahmann
asterixxi: Ach so ihr seid zwei über einen nick
X-Per10: So
ist das
BeZi-Moderator: Also welche Agenturen habt ihr denn nun
"ausprobiert"?
asterixxi: Erzähl welche alle?
X-Per10: Nein, es
kann nicht das Thema sein, spezielle Agenturen anzusprechen.
asterixxi: Schade, also allgemein
X-Per10: Kontakte bestehen zu vielen
verschiedenen
asterixxi: Wie unterscheidet man? gute? schlechte?
X-Per10:
Man kann Dir sicherlich zu verschiedenen Auskunft geben
asterixxi: Lyrik, Prosa?
X-Per10: Lyrik hat schlechte Karten bei Agenturen
asterixxi: wie ist
es denn mit den Honoraren?
X-Per10: Und die Agenten verdienen ja an den
Vorschüssen
asterixxi: Aha, wie funktioniert das genau?
X-Per10:
Die Honorare richten sich danach, wie hoch der Verlag die erste Auflage
einschätzt a
asterixxi: Aber beim ersten Kohntakt mit der Agentur
X-Per10:
Bei Lebert z.B. rechnet man beim nächsten Buch wieder mit 150.000
verkauften Exemplaren, also ist sein Honorar hoch
asterixxi: Wie läuft es da hinsichtlich der
Aufwendungen der Agentur?
X-Per10: Die
Agenturen nehmen grundsätzlich 15%
asterixxi: Verlangt die Agentur selbst
auch Vorschüsse?
BeZi-Moderator: Und was kriegt der Autor?
X-Per10: Vom
Vorschuss und natürlich von den weiteren Einnahmen. Der Autor
bekommt den Vorschuss und 10% von jedem verkauften Buch nach der ersten
Auflage. Eine gute Agentur verlangt zunächst kein Geld
asterixxi: Ist das überall ähnlich?
BeZi-Moderator: Und welche Voraussetzungen muss
ein Autor erfüllen, damit eine Agentur ihn nimmt?
X-Per10: Er muss sauber
schreiben. Und das Thema seines Buches muss vielversprechend
sein, aktuell
BeZi-Moderator: sind Kontakte wichtig, Vitamin B?
X-Per10: Klar. Eigentlich ist das fast das Wichtigste. Nicht
immer natürlich
BeZi-Moderator: Also muss man schon "drin" sein,
in der Szene, damit man eine Chance hat?
asterixxi: Wenn man keine
Beziehungen hat, wie sollte man die richtige Agentur finden und sich an sie
wenden?
X-Per10: Man sollte schon einen Fuß in der Literaturszene drin
haben. Erkundige dich genauestens über die Agenturen. Viele sind
im Netz. Schau, welche Autoren dort unter Vertrag stehen.
asterixxi: gibt es irgendwo eine zuverlässige Quelle über Qualität usw. der
Agenturen?
X-Per10: Wenn dir die Richtung gefällt, kontaktiere den Agenten
asterixxi: verstehe
X-Per10: Am besten ist wirklich http://www.uschtrin.de/litag.html
asterixxi: die kenne ich danke
X-Per10: Dort stehen links zu Agenturen und
recht gute Hinweise und Tipps
asterixxi: ja stimmt
BeZi-Moderator: Kann man
es auch ohne Agentur "schaffen"?
X-Per10: Klar. Aber es kann
länger dauern. Sylvia wurde schon von vielen angesprochenen. Sie
war beim Literaturkurs in Klagenfurt
asterixxi: ach so
asterixxi:
die Agenturen haben also sie angesprochen in dem Fall
X-Per10: herbach & haase z.B., eggers & landwehr
n0p: Kann man die
seriösen von den anderen sofort unterscheiden?
X-Per10: Ich glaube, das ist
erst mal schwierig
BeZi-Moderator: Also die aktuelle Frage ist: Wie
unterscheide ich seriöse von unseriösen Agenturen?
Rosenzüchter: Dann bin
ich mal gespannt, was die Experten so zu sagen haben :-)
BornToDie: Wer sind
denn die Experten?
X-Per10: Man sollte sich genauestens über die Verträge
informieren, die der Agent hat. Generell dürften keine Kosten auf
dich zukommen, erst nach einem Vertragsabschluß
Rosenzüchter: Kann man
auch bei einer "seriösen" Agentur erst mal Vorleistungen bringen
müssen? Oder zahlt man erst dann, wenn man auch einen
Buchvertrag hat?
BeZi-Moderator: Und für was muss ich als Autor überhaupt
zahlen?
X-Per10: Na, deine eigenen Vorleistungen sind nie ohne. Porto,
Kopien, etc. Aber ansonsten hast du nichts zu befürchten. Passt
also auf, wenn ihr was unterschreibt
Rosenzüchter: Wollen die nicht erst
mal Kohle sehen, bevor sie einen unter Vertrag nehmen?
X-Per10: Generell
gilt: 15% bei Vertragsabschluß
Rosenzüchter: Vertragsabschluss heißt
Manuskript verkauft, also wird gedruckt?
X-Per10: Sonst nichts. Alles andere
ist unseriös. Manche unseriösen Agenten wollen schon Geld fürs Lektorat
n0p: Wenn man bei einer "verbrannt" ist kann man dann wechseln?
X-Per10: Verbrannt:: Es kommt auch drauf an, bei wie vielen
Verlagen der Agent gescheitert ist
JSB: eine Liste der Agenturen ist auf:
http://home.t-online.de/home/coroner/litag.html
BeZi-Moderator: also wenn ein
Manuskript einmal abgelehnt wurde, hat es keine Chance mehr?
X-Per10: Dann
muss man sich fragen, woran das liegt. Hilft es z.B. den Roman
umzuschreiben?
Rosenzüchter: Weiß man, bei welchen Verlagen ein Agent das
Manuskript einreicht?
X-Per10: Sollte man kleinere Verlage ansteuern?
Die Agenten informieren dich regelmäßig darüber, wer wo was gelesen
hat
BeZi-Moderator: hat man also bei kleinen eher eine Chance?
X-Per10: Eigentlich eher nicht. Aber bei kleinen Verlagen
hast du besser Chancen mit einem Roman, der etwas untrendy ist. Die
haben aber nur wenige Publikationsmöglichkeiten. Die Programme
stehen meist Jahre im voraus fest
BeZi-Moderator: also sollte man die
Programme der Verlage studieren?
X-Per10: Genau.
BeZi-Moderator: Ja, das habe
ich schon oft gehört...
X-Per10: Nur etwas wohin schicken, wo ein Buch
erschienen ist, dass deinem eigenen Gusto entspricht
BeZi-Moderator:
Aber das müsste doch dann eigentlich die Agentur machen, oder?
X-Per10: Was
nützt es, wenn du ein Historiendrama geschrieben hast und es an einen
Popromanverlag schickst
X-Per10: Natürlich, dafür sind die Agenten ja auch
da. Wir sprachen gerade von den kleinen Verlagen
BeZi-Moderator: also die kleinen Verlage werden nicht von den Agenturen
berücksichtigt?
X-Per10: Der Agent weiß, wo er etwas platzieren kann. Die kleinen Verlage haben geringe Auflagen. Geringe Auflagen heißt
wenig Honorar
BeZi-Moderator: für die Agenten...
X-Per10: Ein guter
Agent sollte aber vorausschauend arbeiten
BeZi-Moderator: Also muss
man sich um die kleinen selber kümmern...
X-Per10: Der erste Roman kann ja
bei einem kleinen Verlag rauskommen, der zweite hat dann vielleicht bessere
Chancen bei einem größeren. Das muss ein Agent auch
berücksichtigen
BeZi-Moderator: Tut er das denn auch, wenn er dann so wenig
Honorar bekommt?
X-Per10: Einige Agenturen lehnen das ab
BeZi-Moderator: Ich
meine, hat man als Autor, der eher bei einem kleinen Verlag unterkommt, mit
den Agenturen überhaupt Chancen?
X-Per10: Die besseren aber wissen, das man
eine Karriere auch planen kann. Es kann von Vorteil sein, wenn Du
erste Schritte erst mal mit kleinen Verlagen versuchst, bevor du dich an
Agenturen oder die Big Points heranwagst
n0p: Stichwort: Selbstmarketing.
Ich habe den Eindruck heute muss man mehr sein als ein Autor. Ein
Selbstdarsteller, ein Star.
X-Per10: Es gibt in der Tat Autoren, die reden
mehr als dass sie schreiben. Das kann ein Argument sein, leider
Rosenzüchter: Was ist denn mit Selbstverlag? Erstes Buch z.B. bei BoD
rausbringen....
X-Per10: Ingo Schramm hat einer bekannten Netzjournalistin
dazu ein Interview gegeben, lies das mal.
Selbstverlag, B.o.D. -
zweischneidige Sache, oder?
Rosenzüchter: Was ist das Problem mit BoD?
n0p:
Bod: dafür behältst du die Rechte an deinem sch... Hat euch das Netz
geholfen?
X-Per10: Das Netz hilft als Informationsquelle
BeZi-Moderator: Bei
BoD kann jeder...
X-Per10: Die Frage ist, wie man darauf aufmerksam macht
als Einzelperson. Und es kommen auch einiges an Kosten auf einem zu
BeZi-Moderator: Dafür bekommt man 30 Prozent.
X-Per10: Wir schreiben auch,
weil wir kein Geld haben, und nicht weil wir welches ausgeben wollen
n0p:
Glaubt ihr, man hat als Autor ohne Verlage eine Chance. Nur so im Web?
Rosenzüchter: Na ja, aber ich denke mal der Schritt ist.
BeZi-Moderator: Das Feuilleton nimmt einen dann nicht ernst...
X-Per10: Ich
glaube, dass man im Netz anfangen kann.
Rosenzüchter: 1.) irgendwie
zumindest ein wenig bekannt werden, und dann 2.) irgendwann
mal an Geld denken
BeZi-Moderator: Das schaffen aber nur wenige über
das Netz, sehr wenige
X-Per10: Man kann im Netz auf sich aufmerksam machen.
Das Problem ist nur das gleiche wie mit den unverlangt eingesandten
Manuskripten: Es gibt zu viele
BeZi-Moderator: dazu gibt’s auch
einen Artikel von mir: Vom Netz zum Buch
;-)
X-Per10: Es gibt ja auch schon
Agenturen im Netz, wie z.B. Romansuche.de. Aber das würde ich nicht
machen
BeZi-Moderator: glaube auch nicht, dass Verlage da stöbern,
oder?
X-Per10: Die haben genügend Manuskripte auf ihren
Schreibtischen
BeZi-Moderator stimmt voll und ganz zu...
n0p hat die
Manuskripte bei Hanser gesehen: 1m hoch an der Wand lang
X-Per10: Also, wenn
man sich einen Agenten ausgeguckt hat, sollte man mit ihm Kontakt aufnehmen,
die beißen nicht und haben erstaunlicherweise immer ein
offenes Ohr. Klaro - sie wollen ja verdienen und reden mit einem
potentiellen Bestsellerautoren
BeZi-Moderator: wie macht man das?
X-Per10: Ruf dort in den Agenturen an. Die Agenturen sind teilweise noch
dünn an Personal. Du hast den Agenten oft sogar sofort am Apparat. Du solltest dir aber genauestens überlegen, was du über dein Buch sagen
willst. Fast jeder Agent wird dir sagen: Schicken Sie mir eine Leseprobe,
bzw. ein Exposee. Aber es wird auf jeden Fall erwartet von ihm, es
ist NICHT UNVERLANGT eingesendet worden von dir
Rosenzüchter: Wie viel
sollte man dann schicken?
X-Per10: Besser nicht mehr als 30 Seiten
Rosenzüchter: Wie viel lesen die wirklich?
Rosenzüchter: Wie lang? Wie detailliert?
X-Per10: Das ganze Manuskript wird
meistens an Lektoren weitergeleitet, die das Manuskript auf seine
Tauglichkeit testen. Das sind teilweise aktive Verlagslektoren Das Exposé sollte besser nicht zu lang sein, besser nur zwei oder
drei Seiten
Rosenzüchter: Wie lang sollte ein Erstlingsmanuskript
eigentlich idealerweise sein? Jemand hat mal behauptet 60000 Worte,
keinesfalls mehr. (aber das war in England)
X-Per10: Manche Agenturen wollen
aber, dass du dich verpflichtest, während der Prüfung keine weiteren
Agenturen zu beauftragen. Das ist eine dumme Klausel. 60000 Worte,
muss mal rechen. Das ist wenig
Rosenzüchter: Eben.
BeZi-Moderator:
Das kann man auch bei BoD noch bezahlen ;-)
Rosenzüchter: Eben.
X-Per10:
Wichtig ist, dass Du auf Normseiten schreibst, damit der Agent und der
Lektor gleich weiß, worauf er sich einzustellen hat
BeZi-Moderator:
Normseiten?
X-Per10: 60 Zeichen a 30 Zeilen. Ich hatte meinen ersten Roman
mit 125 Seiten abgegeben, dachte er sei kurz, nach Normseiten waren es dann
aber 230 Seiten. Schau dir deine Bücher an. Fast alle sind in
diesem 60x30 Format. Manche Verlage stöhnen allerdings schon
auf, wenn sie ein Werk von über 200 Seiten in die Hände bekommen. Der
Trend geht zu kurzen Geschichten
BeZi-Moderator: Wie kurz?
Rosenzüchter:
Wie sieht's mit Kurzgeschichtensammlungen aus - angeblich sind die ja
unverkäuflich?
X-Per10: Stephen King kürzt seine erste Version sogar immer
noch mal um 10%
BeZi-Moderator: Dachte immer, so ein Roman muss
mindestens 800 Seiten haben ;-) So Tolstoi mäßig
X-Per10:
Das kannst Du dir nur leisten, wenn Du Irving oder Ecco heißt, oder?
Rosenzüchter versucht gerade Wörter in Normseiten umzurechnen
X-Per10:
Nein, besser zunächst einen dünnen Roman. Wollte schon dummen schreiben. Leider ist es ja so, dass Romane bessere Chancen als Short Stories
haben. Schade eigentlich.

Weiterführende Links (gesammelt vom „Experten" Oliver Stahmann)
Einstieg
http://www.uschtrin.de/litag.html
http://home.t-online.de/home/coroner/litag.html
Agenturen im Netz
http://www.literaturagenturen.de
http://www.scriptsforsale.de/
http://www.melleragency.com/
http://www.nlagency.ch/
http://www.schlueckagent.de/
http://www.literaturagentur.at/
Interessantes
http://www.bjoernjagnow.de
http://www.f12.parsimony.net/forum19247/messages/1818.htm
http://ferber-verlag.de/autoreninfos.htm
http://www.berlinerzimmer.de/ortmann/journalismus/interview_schramm.html
http://autorinnen.de/TextNews.html
http://www.epublish.de/magazin/marketing_fur_autoren.html
http://www.autorenboerse.net/agenturen.html
http://www.poldner.de/
Artikel
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,105975,00.html
über Vorschüsse
http://www.welt.de/daten/2000/02/05/0205lw150433.htx
(zu Eggers und Landwehr)
http://www.tages-anzeiger.ch/archiv/99august/990811/209301.HTM
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,91623,00.html
http://www.welt.de/daten/1996/04/02/0402s3101018.htx
http://www.welt.de/daten/2000/09/01/0901ku188540.htx
http://www.welt.de/daten/2000/06/09/0609vm172903.htx
http://www.spiegel.de/kulturspiegel/0,1518,24813,00.html
http://www.welt.de/daten/2000/01/15/0115ku147134.htx
http://www.welt.de/daten/2000/10/13/1013ku196136.htx
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