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Die Surfpoeten im Mudd-Club

Wer das Komische, Absurde, Unsinnige der Berliner Realität entdecken möchte, muss zu den Surfpoeten - Liga für Kampf und Freizeit in den Mudd-Club gehen. Er steigt in die Tiefen der Stadt, in den unbenamten Underground, an der Hauswand hängt nur eine Nummer, die 17. Dort erfährt er nachts mehr über den verrückten Tages-Alltag als anderswo. Und Spaß macht es auch. 

Jeden Mittwoch Abend treten dort die sechs Surfer Ahne, Tube, Stein, Spider, Weber und Lt. Surf auf der kleinen Bühne auf und bringen mit Literatur und Surfmusik Leben in die Großstadt-Bude. Da sie auch Tourneen unternehmen, soll es schon Fans geben, die ihnen nachreisen. Der Hauptstädter hat es da gut, er kennt sie schon seit 1996, - der Zulauf nimmt von Mal zu Mal zu. Mein Begleiter, mit ungewohnter Emotionalität, kommentierte so, wie es Begleiter in solchen Situationen immer tun: Ach, wie viel schöne Frauen! Er meinte die auf den Bänken, die eigentlich tanzen sollten, aber nur gebannt zuhörten. Faszinierend die so zahlreich demonstrierten Absagen an die häusliche Fernsehdemenz..

Die vorgelesenen Texte gleichen den Wellen eines Meeres, mal geht es rauf, mal runter. So macht Surfen Spaß. Da die jeweiligen Veranstaltungen libertär sind und eigentlich Tanzveranstaltungen, wäre es müßig Zitate zu bringen. Die wären jedes Mal andere oder gar keine. Darum hebe ich nur ihren allgemeinsten Nenner hervor, den der Aktualität. Und den des naiv-staunenden Blickes. Und den raffinierten der Satire. Und den der haßerfüllten Anklage. Und den der humorversöhnten Gegensätzlichkeit. Die Literatur ist nicht krank, sondern die Wirklichkeit! 

Diesmal ging es zufälligerweise um den Euro, die unbekannte Wilhelm-Pieck-Straße, ums Schlangestehen, um Gilbert Becaud, um den aktuellen SPIEGEL-Titel "Das Ende des Universums", um den Kampf gegen die Lohnarbeit wie immer. Beim nächsten Mal werden es wieder ganz andere Themen sein. Die Texte entstehen von Woche zu Woche und sind somit immer brandaktuell. Sie entstehen so schnell, wie sie auch wieder verschwinden. Es sind die kleinen geschilderten Episoden, die winzigen und größeren Katastrophen (ein Blick in den Spiegel beim Zähneputzen etwa), die die Abgründe des Lebens offenbaren. 

Einer der zahlreichen Sekundärliteratur-Professoren, der R.W.B. McCormack, schrieb einst über die Surfpoeten: "Du da bist auch Dada". - (Exegese: "Du da" bist Du da und jeder; "bist" kommt von sein, einem zutiefst philosophisches Verb, "Dada" ist Dada, von Dadaismus). Von Mitte nach Kreuzberg, wo vor 85 Jahren der Berliner Dada ins Leben gerufen wurde, ist es geographisch ja nicht weit. Zeitlich ist das wohl, trotz gemeinsamer Reminiszenzen, zu weit hergeholt. Der wahre Dada heute ist die Berliner Wirklichkeit, in der wir alle - hier und jetzt - leben. Das Publikum quittiert Erkenntnisse mit freudigem Applaus. Und der Poet gibt sich erkenntniskritisch: "Es macht mich ganz melancholisch, dass ich so viel weiß...". Alle lachen mitfühlend. 

Die Surfer sind ein im gemeinsamen Sport vereintes Kollektiv von Individualisten. 
Blass und mit vom Kampf um Texte geröteten Augen scheinen sie alle nach Klischee-Ossi auszusehen, sind es aber nicht. Sie stammen aus allen Teilen der Republik, aus Sachsen, Bayern ebenso wie aus Westberlin. Sie haben schon einiges erlebt und hinter sich gelassen, ernsthafte bürgerliche Berufe wie Industriekaufmann, Elektroniker, Sozialpädagoge, Drucker, Journalist, Programmierer, Kulturwissenschaftler, um mit allen Kräften Schreiben zu können. Einige haben auch schon Bücher veröffentlicht, stehen schon am Eingang des Pantheons, das sie allerdings verachten. Lieutenant Surf legt gerade wieder eine Klasse Scheibe auf, Leute, keine Zeit mehr zum Schreiben. 

Mudd-Club
Große Hamburger Str. 17
10115 Berlin 
Tel. 27 59 49 99 

[Position auf dem Stadtplan (ext. Angebot)]

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