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Seit 1963 ist eine alte Villa am Wannsee eine der besten Adressen in Berlin für Literaturfans. Walter Höllerer, Schriftsteller, Professor und guter Geist der Literatur in Deutschland, hat in ihr das Literarische Colloquium Berlin, gegründet. Im damaligen Mauer-Berlin war es nötig, ein Forum für ein freies Literaturleben zu schaffen. Ohne finanzielle Nöte und ohne Zensur sollten sich hier alle mit Literatur Beschäftigten – Autoren, Verleger, Kritiker, Journalisten Leser, Filmschaffende – treffen und austauschen können. Lyrik, Prosa, Theater, Film, Hörspiel, Fotografie, Video wurden von Anfang an gefördert. Es wurden Werkstätten (z.B. ein Film- und Tonstudio) aufgebaut. Workshops, Lesungen, Arbeitstagungen, Schriftstellertreffen u.ä. gehören bis heute zum Arbeitsalltag des Hauses. Der Nachwuchsförderung (durch Stipendien, Aufenthalte, Preise, Verlagsverträge) gilt ein großer Teil des Interesses. Viele Talente wurden hier entdeckt. Werkstätten und Sommerakademien bieten Autoren und Übersetzern Gelegenheit, sich unter professioneller Anleitung mit den Problemen ihres Berufes vertraut zu machen. Bei der Vergabe aller Förderungsmaßnahmen galt immer ein Kriterium: die Autoren kamen aus aller Welt, Ost und West, aber zum wenigsten aus dem Berliner Kiez. Die Einladenden sprechen nicht zu Unrecht von einer „regelrechten Ansiedlungspolitik von Autoren in Berlin“. Das mag sich im neuen Jahrtausend etwas liberalisiert haben, ist aber nach wie vor ein Schwerpunkt der hauseigenen Literaturpolitik. So erklärt sich, dass „alle, die heute etwas mit Literatur zu tun haben, durch dieses Haus gegangen sind und etwas mitgenommen haben für die Literatur...“, wie Michael Krüger 1982 schrieb. Das LCB ist auch regelmäßig im Radio präsent („Studio LCB“ im Deutschlandfunk, „Literarischer Club“ bei Radio Bremen). Es verlegt zudem Bücher und die Reihe „LCB-Editionen“ mit Texten bekannter Autoren. Die renommierte Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“ wird seit 1961 von Walter Höllerer im LCB herausgegeben. Das LCB, durch seine Vielfalt und Experimentieroffenheit schon längst zum Modell-Literaturhaus geworden, öffnet sich auch neuesten Formen der Literatur im Internet. Ein besonderes Ereignis im literarischen Kalender Berlins ist das traditionelle Sommerfest, das Literatur und Musik am See life bietet. Literarische
Colloquium Berlin |
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