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Der Buchhändlerkeller in der Charlottenburger Carmerstrasse 1 ist schon seit Jahrzehnten für alle Berliner und Berlintouristen ein wichtiger Ort, an dem sie aktuelle Informationen über belletristische Neuerscheinungen und das literarische Leben in der Stadt erhalten können. Hier in den Räumen einer ehemaligen Galerie und Wohnung finden fast wöchentlich Lesungen und Diskussionen statt, und in dem brodelnden Gewühl um die Bücher- und Bierbar ist jeder jedem Schriftsteller zu Anfassen nahe. Ziemlich voll ist es immer und man muß rechtzeitig einen der dort stehenden Autositze belegen. Steht man auf, um sich etwa ein Bier zu holen, ist er sofort wieder besetzt. Wenn - fast - alle sitzen, steht der Autor immer noch, vermutlich zur Strafe, weil er lesen will, in einem offenen Türrahmen auf ein großväterliches Pult gelehnt, muß er sich artistisch zweiteilen. Eine Hälfte, zumindest seines Mundes, spricht nach rechts in ein Zimmer, die andere nach links in ein anderes Zimmer. Das erfordert varietéreife Mund-, Stimm- und Gehirnakrobatik, die der imposante Moderator immer, nicht aber jeder Autor aufbringen kann. Trotzdem, gerade dünnhäutige Autoren fühlten sich in dieser Atmosphäre geborgen und pflegten aus sich herauszugehen. Der Zuhörer, der wegen widriger Standposition vielleicht nichts sehen oder hören konnte, wird sich durch den nachträglichen Kauf des jeweiligen Buches, aus dem vorgelesen wird, mit Buchhändlerrabatt entschädigt fühlen. Eine konzentrierte, erwartungsvolle und gleichzeitig unterhaltsame Arbeitsatmosphäre läßt an Filmfestspiele denken, an jugendliche unbekannte Nobelpreisanwärter, oder an den berühmten Engel, der durch den Raum schwebt… Und ein Engel schwebt wirklich, ein schwergewichtiger, er hieß und heißt immer noch K.P. Herbach. Er wird immer in diesen Räumen der Literatur schweben. K.P. hat diesen Literarischen Salon seit 1967 nicht nur geleitet, organisiert, moderiert, befruchtet, sondern er war der gute Geist des Ortes und vieler Sphären. Er war, muß ich leider den Zeitgenossen mitteilen, denn er ist im Januar 2004 in seinem 59. Lebensjahr plötzlich an Herzversagen gestorben. Für uns alle und viele schreibende Menschen war er ein väterlicher Mentor und Freund, er vermittelte zwischen Schriftstellern, Publikum und Verlagen, ja er stiftete Kommunikation zwischen Menschen, die sich sonst nicht viel zu sagen hatten. Wir hoffen alle, daß der Buchhändlerkeller weitergeführt wird, und daß K.P.s Geist den oder die Nachfolger erfüllt. Buchhändlerkeller |
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Handbuch
für Autorinnen und Autoren |
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